Hamm sorgt mit "Ampelfrauen" für Gleichberechtigung im Verkehr

Dortmunder Politiker wollen Ampelfrau.
Dortmunder Politiker wollen Ampelfrau.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
Was wir bereits wissen
Die Stadt Hamm hat jetzt erstmals Ampeln mit „Ampelfrau“-Figuren in Dienst genommen. Ein symbolischer Akt zur Feier des 100. Jahrs des Internationalen Frauentags. Die Stadt versichert: Weiter will man die Emanzipation nun nicht vorantreiben.

Hamm.. Amsterdam hat welche, Kopenhagen kennt sie, die bundesdeutsche Premiere war wohl in der ehemaligen DDR, ansonsten sind sie ziemlich rar in Deutschland. Hamm macht jetzt eine Ausnahme: Die ersten beiden „Ampelfrauen“ wurden jetzt in der Innenstadt sozusagen frei geschaltet.

Ihr Outfit wirkt etwas altbacken: Sie tragen Zopf und Rock, was die beiden Ampelfrauen optisch eher zu „Frauchen“ macht. Der begrenzte Platz im Rund des Ampellichts bringt es wohl mit sich, dass sie zudem recht pummelig daherkommen. Jedenfalls nicht so forsch, wie der durchschnittliche Ampelmann; wenn man mal vom „Ampelmännchen“ absieht, das überwiegend in Deutschlands Osten, den Charme vergangener Jahrzehnte ausstrahlend, Hut-bekleidet und gemütlich zum Warten oder Gehen auffordert.

Ampelfrauen sind „ein schöner Gag“

Mitten in der City Hamms tun die Frauen nun ihren Dienst, an der Kreuzung Weststraße/Sternstraße im Bereich der dortigen Fußgängerzone. „Ein schöner Gag“ seien die neuen Ampel-Lichter, teilte die Stadt jetzt mit, wo man betont, dass es sich um eine „humorvoll gemeinte Premiere in Hamm“ handle.

Schon im März hatte Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann auf einer Festveranstaltung zum 100. Jahr des Internationalen Frauentags angekündigt, die Emanzipation unter Hamms stationären Verkehrsbeauftragten etwas voranzubringen. Er sagte auch, die neuen Lichter sollten „schnellst möglich“ installiert werden; was das für eine Verwaltung bedeutet, zeigt der Blick auf den Kalender.

„Es ist eine optische Aufwertung“, freut sich Beate Esser-Yildiz von der Gleichstellungsstelle der Stadt, die Aktion sei ein Spaß, „mehr aber auch nicht“. Offiziell in Dienst genommen wurden die Hammer Ampelfrauen gemeinsam mit rund 20 Vertreterinnen von Hammer Organisationen und Verbänden. „Wir betrachten die Aktion mit einem Augenzwinkern, aber freuen uns natürlich auch darüber“, erklärt Esser-Yildiz. Weiter vorantreiben will man die Emanzipation in der Stadt allerdings nicht. Jedenfalls nicht auf den Ampeln.