Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Wahlen

Griechenlandhat keine Zeit

17.06.2012 | 23:14 Uhr

Gerade noch mal gut gegangen, könnte man angesichts der Griechenwahl sagen. Die pro-europäische Nea Dimokratia wurde stärkste Partei, wenn auch mit knappem Vorsprung vor den Radikallinken. Ende gut, alles gut? Keineswegs. Es wird für die Konservativen nicht leicht sein, gegen die radikallinke Opposition zu regieren. Denn deren Chef Alexis Tsipras wird nicht nur feurige Rede im Parlament halten. Er könnte auch seine Anhänger auf den Straßen mobilisieren und das Land mit Streiks und Protesten ins Chaos stürzen.

Überdies muss der konservative Wahlsieger Antonis Samaras jetzt erst einmal Koalitionspartner finden. Das könnte schwierig werden. Die ersten Äußerungen führender Politiker am Wahlabend lassen befürchten, dass eine Neuauflage des politischen Gerangels vom Mai droht. Doch Griechenlands Probleme so gewaltig, dass die Parteien gut beraten wären, ihre Kräfte zu bündeln und jetzt eine breit aufgestellte Regierung zu bilden.

Wochenlange Koalitionsverhandlungen kann sich das Land ebenso wenig leisten wie eine dritte Wahl, falls die Bemühungen um eine Regierungsbildung erneut scheitern sollten. Griechenlands Partner erwarten jetzt klare Ansagen aus Athen. Wenn zum nächsten EU-Gipfel in zehn Tagen wieder nur ein politisch unbefugter griechischer Interims-Premier erscheint, werden auch die letzten verbliebenen Freunde Griechenlands die Geduld verlieren. Die griechischen Politiker stehen unter Zeitdruck. Mitte Juli sind die Kassen leer. Wenn die internationalen Geldgeber nicht einspringen, geht Griechenland pleite. Die Gläubiger haben in den vergangenen Wochen deutlich signalisiert, dass sie über Kurskorrekturen bei den Sparvorgaben durchaus mit sich reden lassen. Doch Voraussetzung dafür ist eine stabile, handlungsfähige Regierung in Athen.

Gerd Höhler

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6778792/create

Umfrage
Die Innenminister fordern eine strengere Promillegrenze für Radfahrer. Derzeit liegt der Grenzwert bei 1,6 Promille. Wie finden Sie die Forderung der Innenminister?

Die Innenminister fordern eine strengere Promillegrenze für Radfahrer. Derzeit liegt der Grenzwert bei 1,6 Promille. Wie finden Sie die Forderung der Innenminister?

 
Fotos und Videos
The Walking Dead
Bildgalerie
Fotostrecke
Ein Tag in Ootmarsum
Bildgalerie
Anzeige
Fotostrecke
Ein Tag in Zwolle
Bildgalerie
Fotostrecke
Ein Tag in Enschede
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Schauspieler Robert Downey Jr. geht gern den unbequemen Weg
Hollywood
Der "Iron Man"-Star Robert Downey Jr. erzählt im Interview von Abstürzen und Höhenflügen, spricht über das Erlernen sozialer Kompetenz und das Verlassen der Komfortzone. Und warum gurrende Tauben ihn nicht mehr aus der Haut fahren lassen.
Umstrittene Mathematik-Klausur wird in NRW nicht wiederholt
Abitur
Abiturienten dürfen die Mathe-Klausur nicht wiederholen. Eine Prüfung der Aufgabenstellungen durch eine Fachkommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Aufgaben lehrplankonform und fachlich korrekt gewesen seien. Der Protest Hunderter Schüler im Internet und vor dem Landtag blieben erfolglos.