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Grass’ neues Gedicht

Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter

25.05.2012 | 19:26 Uhr
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
Günter Grass, Deutschlands oberster Wutdichter.Foto: dapd

Essen.  Hatte Günter Grass nicht angekündigt, sein umstrittenes Gedicht zu Israel "mit letzter Tinte" geschrieben zu haben? Anscheinend nicht, denn er hat es schon wieder getan. Dieses Mal wettert er über den Umgang Europas mit Griechenland. Es gibt also Neues von Deutschlands oberstem Wutdichter. Ein Kommentar.

Es war selbstverständlich doch nicht „mit letzter Tinte“, mit der sich Günter Grass da kurz vor Ostern zu Wort gemeldet hat. Der weltweite Wirbel, den er mit seinem als Gedicht verkleideten Leitartikel auslöste, ließ ihn womöglich glauben, er sei damit tatsächlich den Israelis beim vermeintlichen atomaren Erstschlag gegen den Iran in den Arm gefallen.

Tatsächlich aber dürfte Deutschlands prominentester Wutdichter vor allem die Einflussmöglichkeiten deutscher Politiker in Israel beschnitten haben. Nun folgt also, kurz vor Pfingsten, der zweite Streich.

Als Gedicht, als rhythmische Kunstform ist „Europas Schande“ mit seinen anapästischen Vierhebern wesentlich besser gelungen als der Vorgänger „Was gesagt werden muss“. Es kratzt alle historischen und moralischen Argumente dafür zusammen, dass Europa Griechenland nicht im Stich lassen darf. Mit Anspielungen auf Goethes Humanitätsdrama „Iphigenie“, auf deutsche Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg ausgerechnet mit Gedichten des Griechenverehrers Hölderlin im Tornister Griechenland unterwarfen.

Dass das den Griechen geliehene Geld den Banken dieser Welt die Tresore füllt – Grass hat ja recht. Aber er vergisst, wieder einmal, die andere Seite: Die Tatsache, dass es sich etliche Griechen mit dem geliehenen, in den Ritzen eines schlecht organisierten Staates versickernden Geld gut gehen ließen, das verschweigt er.

Günter Grass in Bochum

Jens Dirksen

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Kommentare
28.05.2012
12:06
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von Gauck | #16

Unseren neoliberalen Märchenonkeln gefällt die Wahrheit eben nicht.
Der Auslöser der griechischen Tragödie sind nicht die etlichen Griechen, die sich nicht anders verhalten als deutsche Steuervermeider.
Auch Deutschlands Defizit ist nicht zuletzt deshalb höher als es sein müsste, weil man sich von politischer Seite so rührend um die Reicehn gekümmert hat.
Es ist auch deshalb derzeit so hoch (ca. 80%), weil Banken gerettet werden mussten, so wie in Griechenland, wo die normale Bevölkerung jetzt für die Rettungsmaßnahmen der Banken teuer bezahlen müssen.
Leider erschließt es sich mir immer noch nicht. Sind unsere Journalisten nun dumm oder hetzen sie absichtlich gegen andere Völker?

1 Antwort
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von Biker72 | #16-1

Medien haben viel Einfluss auf die Meinungsbildung der Völker. Umso wichtiger ist es, sich davon nicht blenden zu lassen und sich selbst aus allen Quellen zu informieren. In diesem Punkt kann ich immer auf jemanden verweisen, der weiß wie es läuft. Ein ehem. Spiegelreporter, der diese mediale Manipulationen nicht mehr mitmachen wollte :
http://www.youtube.com/watch?v=ys9xnLTXZpU

28.05.2012
11:52
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Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.05.2012
13:13
Neues vom den Wutrichtern
von Ani-Metaber | #14

@holmark
weder im Vortrag seines vor Krieg warnenden Gedicht „Was gesagt werden muss“ und den dabei von ihm im Anschluss gegebenen Interviews dazu,
noch im Vorlesen seines neuen Gedichts habe ich irgendetwas bei Günter Grass vernommen, das den Eindruck von „Wut“ hätte aufkommen lassen,
von der Günter Grass bewegt oder getragen gewesen wäre.

Außerdem stellt sich die Frage, wer denn dann die weiteren „Wutdichter“ wären,
deren oberster, nach Wortwahl von Herrn Onkelbach, Günter Grass sein soll.

Mir fallen da keine Namen für dieses "Ranking" ein.

27.05.2012
08:41
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

26.05.2012
21:48
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von bosshaft | #12

Die finst`re Macht, der´n schwarzes Kleid der Meister einst geschätzt, hat Hellas Strände einst besetzt, zur Hilfe kam sie teurem Freund auf dessen Ruf, der Ruhm im Kampfe dort gesucht mit Dante im Tornister, dort scheiterte an Hellas Zorn und altbekannter Schwäche.
Das stolze Volk Hellenias ertrug das Joch und wurde doch befreit.
Demokratie der Meister ihm zu schrieb, erfunden soll`n sie`s haben, doch nicht gelebt in Hunderten von Jahren.
Seit nun Europa wurd`gegründet neu, nach wüsten Jahren des Gemeinen, Milliarden flossen in den Schatten der Akropolis, versickert dort in wohlbekanntem Sumpf der Korruption.
Mit List und Trug, wie in Odysseus Tagen, erlangte der Hellenen Volk den Euro nur,
geschaffen von der finstr`en Macht zur Buße schlimmer Zeiten.
Ihr Volk nach bösem Tun am Boden lag , erhob sich doch mit alter Tugend Stärke
und baute auf und schuf sich neu in nimmer müdem Streben, nur das allein macht möglich nun, Milliarden abzugeben.
Milliarden, die das Volk der finst`ren M

26.05.2012
12:33
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von mirap | #11

solange israel von us vetos geschützt wird haben die freie hand.....
punkt aus....

und das wird auch ausgenutzt....

26.05.2012
11:54
Neues über Grass von den obersten Wutrichtern? Er soll Einfluß auf "Israel" geschmälert haben?
von Ani-Metaber | #10

Wie Günter Grass die „Einflussmöglichkeiten deutscher Politiker in Israel beschnitten haben“
könnte, soll Herr Dirksen mal erklären.
Da hätte man nicht nur nicht das U-Boot ausliefern brauchen, man hätte jede Menge andere Möglichkeiten wirtschaftlichen Drucks zur Umsetzung und Einhaltung der UN-Resolutionen- man will es einfach nur nicht.
Der Wissende braucht nicht schätzen Herr Dirksen
Berliner Politikheuchler beklagen Einflusslosigkeit, verhindern aber auf EU-Ebene alles Erdenkliche, um die Kolonisten in die Schranken zu weisen. Ein Einreiseverbot für Israelis die ausweislich ihrer Dokumente in besetztem Gebiet leben, wäre jederzeit möglich und würde Folgewirkung haben.

Die Kennzeichnung von Waren aus den besetzten Gebieten ist in Dänemark und in Südafrika hingegen ein Thema:
„Denmark to ban labeling West Bank products as Made in Israel, report says“
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/denmark-to-ban-labeling-west-bank-products-as-made-in-israel-report-says-1.431372

26.05.2012
11:50
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von mirap | #9

also mal ganz ehrlich....

ein land wie griechenland in dem man weiß das die politiker die hand aufhalten und in dem die bestechung gängige praxis ist ist,im grunde genommen,ehrlicher wie ein deutschland in dem die lobby heimlich still und leise der politik "ratschläge" in form von vergünstigungen und ähnlichem erteilt um genau die entscheidungen zu bekommen die man will....

und in dem die politik dann einen auf moralapostel macht....

ups....

stimmt ja garnicht.....

das ist ja im grunde genommen dasselbe....

mal davon abgesehen das es in deutschland NUR die politikerklasse ist die von dieser praxis profitiert und der bürger steht dumm da....

diese diskussion ist so unehrlich das es schon wieder lustig ist

motto : wir lügen euch die taschen voll und scheissen auch noch rein.....

in griechenland passiert nichts anderes wie hier...nur offener....

26.05.2012
11:06
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von wahlpottler | #8

Griechenland ist ein treuer Abnehmer deutscher Panzer, U-Boote und anderer Waffen(-systeme). Das kostet natürlich auch alles Geld, ist aber interessanterweise einer der wenigen Bereiche, für die man Griechenland keine Sparvorgaben gemacht hat - sondern im Gegenteil immer wieder nachfragt, ob die Griechen denn nicht doch noch mal wieder was bestellen wollen.
http://www.zeit.de/2012/02/Ruestung-Griechenland
Ein Schelm, wer böses dabei denkt...

26.05.2012
11:05
Griechenland-Gedicht von Grass - Neues vom obersten Wutdichter
von Corinna27 | #7

Hallo Redaktion: Ist der derwesten.de nur ein Hobbyprojekt der WAZ Gruppe??

Immer wieder Schreibfehler:
"Was Grass in seinemGedicht vergisst"

Da fehlt ein Leerzeichen. Wo wird nicht verraten :)

Also: Spiegel Online leistet sich natürlich auch Schreibfehler. Aber derwesten.de ist im Vergleich einfach "amateurhafter".

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