Gratiskultur mit Haken
17.08.2012 | 18:51 Uhr 2012-08-17T18:51:00+0200Gratisspiele im Internet üben einen besonderen Reiz aus: Weil die Einstiegshürde niedrig ist. Sie kosten eben nichts, während für ein Vollpreisspiel für PC oder Konsole mittlerweile zwischen 40 und 70 Euro fällig werden. Die Gratiskultur hat aber einen Haken. Sie birgt das Risiko, den Überblick über die Kosten zu verlieren. Wer seine Kontoinfos beim Spieleanbieter hinterlegt und hier mal fünf und dort mal zehn Euro ausgibt, weiß am Ende vielleicht nicht mehr, wie viel er insgesamt verspielt hat.
Viel schwerer wiegt allerdings die fehlende Bereitschaft vieler Anbieter, für den Jugendschutz mehr zu tun. Die Firmen wissen: Kindern fehlt oft das Verständnis für Geld und für den richtigen Umgang mit persönlichen Daten. Die Verbraucherzentralen tun deshalb gut daran, unseriöse Anbieter vor Gericht zu zerren. Nötig sind klare Regeln, welche Daten Anbieter bei Kindern und Jugendlichen erheben dürfen und welche nicht. Aber auch Eltern sind gefragt: Sie sollten nicht leichtfertig die Kreditkarte zücken, wenn ihre Kinder im Netz auf Einkaufstour gehen wollen – schon gar nicht, wenn das Angebot eigentlich kostenlos sein soll.

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