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Prozess

Gericht verhandelt erneut über 3000-Euro-Entschädigung für Kindesmörder Gäfgen

29.08.2012 | 08:18 Uhr
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Die Entschädigungszahlung an Gäfgen kommt laut einem Zeitungsbericht erneut vor Gericht.Foto: dapd

Frankfurt.  Weil ihm ein Polizist Gewalt angedroht hatte, bekam der verurteilte Kindesmörder Magnus Gäfgen im vergangenen Jahr vor Gericht eine Entschädigung von 3000 Euro zugesprochen. Zahlen sollte das Land Hessen. Das Urteil sorgte für große Empörung. Gäfgen ließ sich darauf ein, dass das Geld an eine gemeinnützige Einrichtung geht. Dazu kam es aber bislang nicht.

Die Entschädigung für die polizeiliche Gewaltandrohung gegen den zu lebenslanger Haft verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen muss nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" noch einmal vor Gericht verhandelt werden. Das Land Hessen sei nicht auf einen Vorschlag des Oberlandesgerichts Frankfurt eingegangen, mit dem eine neue Runde in dem Verfahren hätte vermieden werden können, schreibt das Blatt.

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Magnus Gäfgen hat wegen der Folterdrohung im Polizeiverhör Anspruch auf Schadensersatz.

Das Gericht habe beiden Parteien nahegelegt, dass das Land statt einer Entschädigung an Gäfgen eine Zahlung an eine gemeinnützige Einrichtung leiste. Dem Bericht zufolge ließ sich Gäfgen darauf ein, das Land Hessen habe aber so lange laviert, bis das Gericht den neuen Verhandlungstermin festsetzte.

Das Versteck preisgeben

2002 hatte Gäfgen den elfjährigen Sohn eines wohlhabenden Bankiers entführt und ermordet. Das Landgericht Frankfurt hatte Gäfgen 2011 eine Entschädigung von 3000 Euro plus Zinsen zugesprochen, weil ihm ein Polizist Gewalt angedroht hatte, um das Versteck des vermeintlich noch lebenden Opfers preiszugeben. Nach dem Urteilsspruch bezeichnete die Gewerkschaft der Polizei die Entschädigung als emotional sehr schwer erträglich. CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sprach damals von einem „Schlag ins Gesicht“. Das Land ging in Berufung. (dapd/tap)

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29.08.2012
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