Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Kommentar

Gentests an Embryonen

12.07.2012 | 18:52 Uhr
Gentests an Embryonen
Erlaubt ist die PID nur, wenn Paare genetisch vorbelastet sind.Foto: Thinkstock

Der Bundestag hat sich mit dem Gesetz zur PID schwer getan. Das war richtig, denn mit dem Verfahren sortieren Mediziner kranke Embryonen aus, die im Zweifelsfall vernichtet werden. Nun ist ein Durcheinander ethischer Bewertungen zu befürchten. Ein Kommentar.

Jahrelang wurde diskutiert – ethisch, politisch, religiös und medizinisch. Es ging um Menschenwürde und Behinderung, Lebensrecht und Selektion. Auch der Bundestag hat sich mit dem Gesetz zur PID schwer getan. Das war richtig, denn mit dem Verfahren sortieren Mediziner kranke Embryonen aus, die im Zweifelsfall vernichtet werden. Die Mehrheit im Bundestag stimmte dem zu, allerdings in engen Grenzen.

Erlaubt ist die PID nur, wenn Paare genetisch vorbelastet sind. Eine Beratung ist zwingend vorgesehen, zudem muss eine Ethikkommission den Antrag bewerten. Allein die Prozedur einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas ist eine große Belastung. Die Hürden sind also hoch. Ein Verfahren, das Embryonen massenhaft durchcheckt, wird die PID daher kaum werden.

"Schwerwiegende Schädigung" wird nicht präzisiert

Doch bleiben Fragen offen: Was eine „schwerwiegende Schädigung“ des Embryos ist, wird nicht präzisiert. Und: Da die Zahl der Behandlungszentren nicht begrenzt ist, wird es keine einheitlichen Standards geben, wann eine PID angewendet werden darf und wann nicht. Zu befürchten ist ein Durcheinander ethischer Bewertungen.

Der medizinische Fortschritt hat diese Debatte aber bereits weit hinter sich gelassen. Neue Verfahren erlauben es, das gesamte Erbgut eines Ungeborenen noch im Mutterleib zu entschlüsseln. Ethisch ist dies eine neue, immense Herausforderung. Was diese Methoden für das Verständnis von lebenswertem oder nicht lebenswertem Leben bedeuten, ist nicht absehbar.

Christopher Onkelbach



Kommentare
Aus dem Ressort
BGH prüft irreführende Werbung für Monsterbacke-Quark weiter
Ehrmann-Klage
Die Verpackung ist knallbunt – der Inhalt zuckersüß. Dennoch bewarb Ehrmann seinen Kinderquark "Monsterbacke" mit einem Slogan, der gesundes Essen suggeriert. Jetzt ist der Nachtisch ein Fall für den Bundesgerichtshof: Der BGH verhandelt über eine Klage wegen irreführender Werbung.
Zwei Schiffe stoßen auf dem Rhein zusammen
Havarie
Zwei Schiffe stießen in der Nacht auf Freitag auf dem Rhein in Höhe von Rees-Grietherort zusammen. Dabei entstand laut Polizei ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro. Trotz großen Lochs im Heck einerseits und stark eingedrückten Bugs andererseits konnten sie ihre Fahrt fortsetzen.
Bund investiert zu wenig Geld in Ganztagsschulen
Bildung
Viele Eltern würden ihre Kinder gern nachmittags in der Schule betreuen lassen. Aber der Ausbau der Ganztagsschulen stoppt — weil aus Berlin kein Geld mehr kommt. Wenn es so weiter geht dauert es Jahrzehnte, bis es genug Plätze für alle Kinder gibt.
Schalke-Kapitän Höwedes kämpft sich zurück und hofft auf WM
Höwedes
Der heiße Tanz mit dem 1. FC Nürnberg am Samstag soll für Benedikt Höwedes nicht der letzte in dieser Saison bleiben. Der Schalke-Kapitän hofft auf einen Anruf von Bundestrainer Joachim Löw. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft würde Höwedes für viele persönliche Rückschläge entschädigen.
Hilfe für das älteste Bauernhaus Westfalens
Anzeige
Lotto
Bereits seit drei Jahren unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die jetzigen Eigentümer von Hof Grube in Lüdinghausen bei der Rettung und Wiederherstellung des lange Zeit leerstehenden Anwesens. Ende 2013 wurden weitere 50.000 Euro für die Innensanierung zur Verfügung gestellt.
Fotos und Videos
Polizei räumt Flüchtlingscamp
Bildgalerie
Flüchtlinge
Vielerlei für Auge und Magen
Bildgalerie
Valencia
Piet-Mondrian-Tour durch Winterswijk
Bildgalerie
Fotostrecke
Berggorillas in Ruanda
Bildgalerie
Fotostrecke