Geldstrafe immer noch nicht bezahlt

Foto: Mike Röser
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Nachrodt-Wiblingwerde.. Ohne Sozius-Abdeckung war ein 20-Jähriger der Polizei in Nachrodt-Wiblingwerde mit seinem Mofa direkt in die Arme gefahren. Böser Fehler: Die fehlende Abdeckung hatte sein Krad führerscheinpflichtig gemacht. Eine Fahrerlaubnis hatte er jedoch nicht besessen. Jetzt stand er vor dem Amtsgericht – zum zweiten Mal in dieser Angelegenheit.

Ende April vergangenen Jahres hatte der junge Mann, der passender Weise den Beruf des Kraftfahrers lernt, mit seinem Kleinkraftrad unter anderem die Hagener Straße befahren. Hier war es zur Begegnung mit der Polizei gekommen. Die Beamten hatten sofort gesehen, dass die Sozius-Abdeckung fehlte, dass der 20-Jährige eine weitere Person mit auf seinem Mofa befördern konnte. Den dafür erforderlichen Führerschein der Klasse M hatte er jedoch nicht. Vorgelegt wurde lediglich die Mofa-Prüfbescheinigung .

Bereits Ende August musste sich der junge Mann wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Amtsgericht verantworten.

Fehler eingesehen

Dort präsentierte er sich geläutert und beteuerte, mittlerweile besitze er die Abdeckung und habe sie auch bereits der Polizei vorgeführt. Staatsanwaltschaft und Gericht zeigten sich milde. Sein Verfahren wurde gegen Zahlung von 250 Euro vorläufig eingestellt.

Dumm, dass ihn das offenbar nur kurzfristig beeindruckte. 150 Euro zahlte er, die verbleibenden 100 Euro fehlten. Konsequenz: Sein Verfahren wurde jetzt neu aufgerollt. Der 20-Jährige erschien vor Gericht. Den Weg dorthin legte er mit einem Roller zurück. Doch, das versicherte er schnell, bei dem sei alles ordnungsgemäß. Mit den noch fehlenden 100 Euro konfrontiert, schilderte er die traurige Geschichte von der bösen Sparkasse, die nie lange genug geöffnet habe und von seiner Mutter, die das Geld überweisen sollte und dabei einen „Zahlendreher“ gehabt hätte. Mittlerweile müsse das Geld aber da sein.

Um zu überprüfen, ob das so ist, wurde das Verfahren ausgesetzt. Ist das Geld da, wird die Akte endgültig geschlossen. Fehlt es , dann folgt eine weitere Verhandlung. Und die könnte bitter enden. Richter Dirk Reckschmidt zeigte sich optimistisch: „Ich gehe mal davon aus, wir sehen uns hier nicht wieder.“ Die Antwort folgte prompt: „Nein, möchte ich nicht.“