Geheimnis wurde nicht verraten

Vor dem Amtsgericht musste sich ein Neuenrader verantworten
Vor dem Amtsgericht musste sich ein Neuenrader verantworten
Foto: WAZ

Neuenrade..  Getrieben von Neugier wollte ein 20-jähriger Neuenrader einen Bekannten zum Reden bringen. Als dieser sein Geheimnis nicht preisgeben wollte, hagelte es Schläge und Tritte. Jetzt musste sich der wissbegierige Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Altenaer Amtsgericht verantworten.

Über Ecken erfuhr der junge Neuenrader, dass der Andere ein „pikantes Geheimnis“ über seine damalige Freundin wusste. Vergeblich versuchte er, den Gleichaltrigen zum Reden zu bringen. Der mauerte, redete jedoch bei seinen Freunden über das Thema. Am Abend des 8. März trafen beide dann in der Bahnhofstraße zufällig aufeinander – im wortwörtlichen Sinne. Erzürnt über das beharrliche Schweigen zur vermeintlichen Untreue der Verflossenen, versetzte der Neuenrader seinem „Gegner“ zunächst Schläge ins Gesicht und gegen den Hinterkopf. Dann trat er zu, traf Bauch und Brust seines wortkargen Opfers.

Verlegen saß der 20-Jährige jetzt in Altena auf der Anklagebank. Umständlich berichtete er, wie es zu der Auseinandersetzung kam. Schließlich räumte er ein, den Anderen zuerst geschubst und dann geschlagen („...nicht so oft!“) zu haben. Gleichzeitig musste er allerdings auch zugeben, dass sein Gegner selbst die Hand damals gar nicht erst erhob. Mittlerweile habe er sich „natürlich“ bei ihm entschuldigt und sie hätten wieder ein gutes Verhältnis. Tatsächlich bestätigte der Geschädigte, dass sich der Angreifer bei ihm entschuldigt habe und betonte, dass er keine Verletzungen davongetragen habe.

Das Gericht festigte den Frieden, stellte das Verfahren vorläufig ein – Bedingung: Der junge Neuenrader muss seinem Opfer Schmerzensgeld zahlen. Richter Dirk Reckschmidt stellte dazu abschließend fest: „Das war unterm Strich ein massiver Angriff. Sie verdienen Geld und davon bekommt er jetzt 1000 Euro!“sam