„Gegen die totale Vermarktung”
03.03.2009 | 21:25 Uhr 2009-03-03T21:25:00+0100
Siegen. Rund 350 Teilnehmer demonstrierten am Dienstagabend gegen verkaufsoffene Sonntage. Aufgerufen hatten eine Allianz aus sozialen Verbänden der katholischen und der evangelischen Kirche sowie die Gewerkschaft Verdi.
Die Veranstaltung begann um 18 Uhr mit einer „Impulsandacht” in der St. Michael-Kirche und einem Licht- und Fanfarenzug hinauf zum Rathaus. Vorneweg: ein römischer Offizier auf einem Pferd und drei römische Soldaten. Der Attendorner Fanfarenzug marschierte lautstark hinterher. Viele der Teilnehmer hatten Plakate in den Händen: „Familie hat Vorfahrt”, „Menschen sind keine Ware”, „Sonntag – Schöpfung genießen” oder „Gegen die totale Vermarktung” lauteten die Aufschriften. Angekommen am Rathaus begann ein Historienspiel – mit dem der Ursprung des Sonntags als Feiertag verdeutlicht wurde: Der römische Kaiser Konstantin hatte im Jahr 313 über einen seiner Offiziere den wöchentlichen Staatsfeiertag offiziell ausrufen lassen.
„Es gibt Gott sei Dank Politiker in Siegen, die nicht einfach zulassen, dass der Sonntag auf dem Marktplatz der Gier geopfert wird”, rief Gerhard Cimiotti, Sprecher der Allianz, unter großem Applaus. Jürgen Weiskirch von Verdi erinnerte daran, dass die Entscheidung, ob es verkaufsoffene Sonntage gibt oder nicht, grundsätzlich vor Ort getroffen werde. Auch in Siegen ist die Politik geteilter Meinung über verkaufsoffene Sonntage: Nach langer Debatte hatte der Rat der Stadt am vergangenen Mittwoch für acht verkaufsoffene Sonntage in Siegen gestimmt. In geheimer Abstimmung votierten 33 Ratsmitglieder mit Ja, 26 lehnten die sonntägliche Öffnung der Geschäfte ab (die WR berichtete).

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