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Gaucks Privatsache - von Denise Ludwig

21.02.2012 | 19:41 Uhr

Der Bundespräsident soll ein Vorbild sein. Erst recht nach der Affäre Wulff. Doch kann Joachim Gauck das überhaupt? Einer, der in „wilder Ehe“ lebt? Nicht so richtig, meinen einige konservative Politiker, und raten ihm, seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt das Ja-Wort zu geben, um in „ordentlichen“ Verhältnissen zu leben.

Aber was, bitteschön, ist denn „ordentlich“? Wer setzt die Maßstäbe? Altkanzler Gerhard Schröder ist zum vierten Mal verheiratet, Kanzlerin Angela Merkel zum zweiten Mal. Wen interessiert’s, ob ein Bundespräsident geschieden, verheiratet oder schwul ist? Das ist seine Privatsache und sollte es auch bleiben. Klar, es ist nicht einfach in dieser Gesellschaft, als Bundespräsident seine Privatsphäre zu schützen, aber es ist auch nicht gänzlich unmöglich. Der letzte Bundespräsident ließ den Boulevard in sein Leben. Das Ende ist bekannt.

Der Bundespräsident soll ein Vorbild sein. Nicht nur für Protestanten, nicht nur für verheiratete Paare. Sondern für alle Bürger in diesem Land.

Denise Ludwig

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Kommentare
22.02.2012
18:22
Gaucks Privatsache - von Denise Ludwig
von woelly | #1

Richtig, ich gehe daher davon aus, daß Herr Gauck bis zum Katholikentag in Mannheim kirchlich verheiratet sein wird, wenn er dort über Ehe und Familie reden sollte. Er will ja Vertrete aller Deutschen sein! Mit meiner lieben Ehefrau habe ich mich über unsere neuen Bundesvorbilder unterhalten und mich sehr für die s.g. wilde Ehe, als vorbildlich und begeistert geäußert. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, was jetzt bei uns los ist, oder besser gesagt, nicht mehr los ist. Wir sind beide im Westen aufgewachsen und können von daher nicht die gleiche Lebengeschichte vorweisen, wie Herr Gauck, oder Frau Merkel. Und katholisch sind wir auch noch- selbstverständlich auch katholisch verheiratet. Wir haben aber nur drei erwachsene Kinder und sind auch schon ganz schön lange verheiratet. Mit wem kann ich jetzt meinen Gewissenskonflikt besprechen und möglicherweise lösen? Soll ich mit meinem Beichtvater sprechen, oder ist die CDU zuständig? Kann Herr Gauck mal bitte unsere Nähe suchen?

1 Antwort
Gaucks Privatsache - von Denise Ludwig
von Auntie | #1-1

Ich hoffe doch stark, dass Herr Gauck nicht kirchlich verheiratet ist, wenn er zum Katholikentag geht. Es reicht doch wenn die katholische Kirche falsche Moral bei sich selber produziert. Es ist bekannt, dass es eine Trennung gab. Es ist bekannt, dass er eine neue Partnerin hat. Jetzt - nur wg der Katholen zu heiraten - wäre unehrlich, bigott und wider seinen Gewissen.
Schön dass Sie (#1) solange verheiratet sind. Ich hoffe nicht nur, weil es die Form ist sondern weil die Ehe noch in Ordnung ist. Schade, dass sie anderen ihr Glück nicht gönnen wollen. Scheint eine katholische Eigenart zu sein.
Zu ihrem Gewissenskonflikt - sie wissen, dass nach katholischer Lehre, die Evangelen keine eigene Kirche sind. Demzufolge dürften sie mit Hr. Gauck gar nicht sprechen. Ich persönlich - und das erwarte ich NICHT von anderen - halte nichts von Beichtväter, die - da sie nicht verheiratet sind und zölibat lebend - eh keine Ahnung von der Materie haben.

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