Fußball-Feriencamp: Spaß an erster Stelle
25.06.2007 | 03:58 Uhr 2007-06-25T03:58:20+0200Suttrop. Es ist Mittagszeit im Suttroper Fußball-Feriencamp. Die rund 80 Kinder (darunter drei Mädchen) verlangen nach dem Essen noch nach einem Erfrischungsgetränk. Dann scheucht Ex-Profi Dirk Hofmann seine "Rasselbande" wieder aufs Feld.
Der Nachwuchs im Alter von fünf bis zwölf Jahren wird aufgerufen, Bundesliga-Teams für die nächste Spieleinheit zu bilden. "Bayern München" wollen die meisten sein. Dirk Hofmann greift ein und legt fest, wer für Schalke 04, Borussia Dortmund oder Werder Bremen antreten darf.
"Was an erster Stelle steht, ist der Spaß", beschreibt der ehemalige Zweitliga-Kicker der SpVg Unterhaching die Ausrichtung seiner Fußballschule, die Hofmann seit gut einem Jahr am Möhnesee betreibt. In der Ferienzeit zieht er mit ihr über Land.
Eine der ersten Stationen in den Sommermonaten ist das Suttroper Hardtstadion. Hier haben sich besonders viele Nachwuchskicker angemeldet. Sie kommen aus Reihen von Schwarz-Weiß, aus Warstein, Kallenhardt, Rüthen, Sichtigvor und Hirschberg.
Hofmann sorgt mit seinen Kollegen Michael Knobloch (D-Jugend-Trainer beim SC Neheim) sowie Christian Hoppe (C-Lizenz-Trainer von SWS) und Pascal Raulf dafür, dass die Kinder in einer Woche vielseitig ausgebildet werden. "Wir arbeiten mit vielen Bällen und es werden viele Torschüsse gemacht, damit ein Erfolgserlebnis da ist", erklärt Hofmann sein Konzept.
Beim "Bundesliga-Cup" wird Technik in Spiel- und Turnierform vermittelt. "Was wir vormittags schulen, können die Kinder nachmittags anbringen", sagt Hofmann. Dazu braucht er mit seinem Trainer-Team gute Nerven. Immer wieder die Fußballschuhe für die Kleinen binden, gehört zum Alltag.
"Ich habe noch nie so viele Schuhe geschnürt wie hier", scherzt Dirk Hofmann. Nach einer Woche, die pro Kind 99 Euro - inklusive Verpflegung kostet - soll schließlich jeder Teilnehmer zufrieden nach Hause gehen. Hofmann: "Am Ende geht keiner leer aus. Es gibt Trikots und Hosen und am Ende auch eine Urkunde."
Ihr gelbe Kluft tragen die Mädchen und Jungen schon seit gestern. Wenn sie auf die Mini-Tore spielen dürfen, blühen sie so richtig auf. Eine ähnliche Begeisterung wünscht sich Hofmann auch in den Vereinen. "Da muss ein Umdenkungsprozess stattfinden. Die Vereine müssen in die Jugendarbeit investieren, damit sie wieder gute Fußballspieler bekommen. Das, was jetzt der TuS Belecke angefangen hat, ist der richtige Weg."
Deshalb plant Hofmann die Klubs im Stadtgebiet anzuschreiben, um mit ihnen ein Konzept zu entwickeln: "Ich bin mit meinen Kollegen bereit, Hilfestellungen zu geben. Wir leiten auch gerne mal in den Vereinen Trainingseinheiten." Im nächsten Jahr möchte er auch ein reines Mädchen-Camp anbieten. Hofmann: "Der Mädchen-Fußball boomt, aber die Mädchen haben zusammen mit Jungen oft noch Berührungsängste. Das soll sich ändern."

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