Fußball-Amateure planen den Boykott
29.01.2009 | 21:35 Uhr 2009-01-29T21:35:36+0100Im Kampf gegen den Goliath (Deutsche Fußball-Liga) holt der David (Amateurfußball) die Schleuder raus. ...
... Zahlreiche Fußballkreise aus dem Bereich des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) planen auf Kreisliga A-Ebene den Boykott der Spieltage am 1. oder 2. März. Die Wortführer der Bewegung, die mit Demonstration statt Fußball auf die zum Sommer geplanten Fernsehübertragung eines Sonntag-spiels der 1. Bundesliga ab 15.30 Uhr (und damit fast zeitgleich zur Anstoßzeit der Amateure) antworten will, kommen aus dem Ruhrgebiet.
Eine Interessengemeinschaft Gelsenkirchener Vereine hat jetzt nach einem gescheiterten Versuch der Vereine des Kreises Unna-Hamm den Stein ins Rollen gebracht - der Verband in Kaiserau steuert dagegen.
Für heute haben Verbands-Präsident Hermann Korfmacher und sein Vize Siegfried Hirche die Vorsitzenden von sieben FLVW-Kreisen, darunter auch Hagen, zu einem Meinungsaustausch in die Sportschule eingeladen. Hirche: "Da wird sich zeigen, wie wir darauf reagieren können."
Parallel zu dem Gespräch in Kaiserau findet beim VfL Kamen die Sitzung einer Interessengemeinschaft statt, die Eberhard Petri vom VfL Kamen ins Leben gerufen hat.
"Korfmacher muss abgewählt werden"
Petri hat rund 30 Vereine aus Westfalen eingeladen. Der Kreis Unna-Hamm hatte schon im Dezember einen Boykott organisiert, der jedoch scheiterte, weil zwei Vereine nicht mitmachten.
Wie streikbereit ist die Hagener Szene? Dirk Werning, Trainer des Kreisliga-Tabellenführers SSV Hagen II, sagte: "Konkret habe ich von einem Boykott in Hagen noch nichts gehört, aber bis Anfang März ist ja noch Zeit. Ich sehe mittlerweile in solchen Aktionen die einzige Chance für uns Amateure, auf die nicht mehr haltbare Lage aufmerksam zu machen. Der DFB vertritt nur noch die Großen", so Werning. Das ab Sommer anstehende Live-Spiel am Sonntag nachmittag sieht Werning nur als "Spitze des Eisbergs. Davor gab es ja schon Aktionen aus Kaiserau, die uns finanziell schwer belastet haben, zum Beispiel die Verdoppelung der Meldegebühren im vergangenen Winter. Dabei haben wir kleinen Vereine mit Kaiserau und deren finanziellen Problemen überhaupt nichts zu tun."
Magnus Becker, Vorsitzender der SpVg Hagen 11, sieht das Verhältnis zwischen FLVW und Vereinen "mittlerweile sehr negativ. Man muss schon drüber nachdenken, welche Chancen man als kleiner Verein hat, sich gegen Dinge wie ein TV-Spiel am Sonntag nachmittag zu wehren. Wir sind bereit, entsprechende Aktionen zu unterstützen", sagte Becker.
Mächtig Wut hat sich bei den Hagener Vereinen auch Hermann Korfmacher, Präsident in Westfalen, eingehandelt. "Der Mann ist nicht mehr tragbar. Massive Nachteile für die Amateure verkauft er an der Basis unverschämt als deren Vorteile. Korfmacher gehört auf dem nächsten Verbandstag abgewählt", sagte Rupert Freytag vom TSV Fichte. Zur Wahl stehen die diversen Gremien erst wieder im Jahr 2010.
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