Für MSV-Manager Hübner ist Aufstieg kein Thema
28.09.2010 | 21:08 Uhr 2010-09-28T21:08:00+0200
Duisburg.Vor dem Derby gegen Rot-Weiß Oberhausen spricht Manager Bruno Hübner vom MSV Duisburg über die Duisburger Ziele und das Glück auf dem Transfermarkt.
28 Grad, blauer Himmel. „Es gibt Schlimmeres“, sagt Bruno Hübner. Der Manager des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburger sucht in der Türkei ein Hotel fürs Wintertrainingslager. Freitag, zum Derby gegen Rot-Weiß Oberhausen, sitzt er aber wieder in der Duisburger Arena.
Wer gewinnt das Derby?
Bruno Hübner: Ich weiß, dass für unsere Fans vier Spiele in dieser Saison besonders wichtig sind. Die beiden gegen Fortuna Düsseldorf und die beiden gegen Rot-Weiß Oberhausen. Ich kann natürlich keinen Sieg versprechen. Aber ich verspreche, dass die Mannschaft alles dafür geben wird.
Der MSV hat nach sechs Spieltagen schon vier Siege auf dem Konto, aber Trainer Milan Sasic sagt: Aufstieg ist kein Thema. Hat er Recht?
Hübner: Damit hat er Recht. Die Mannschaft steckt im Umbruch, und wir sind im finanziellen Bereich weit von den Top-Klubs entfernt. Bei Hertha BSC verdienen allein die Stürmer Ramos und Raffael fast soviel wie unsere gesamte Mannschaft.
Ist Geld denn immer alles? Mainz ist mit einem Mini-Gehaltsetat von rund 15 Millionen zum Beispiel Spitzenreiter der ersten Liga.
Hübner: In Mainz ist die Situation eine andere. Die Mainzer haben den Umbruch hinter sich. Sie haben im vergangenen Jahr ein Fundament gelegt und bauen darauf nun im Folgejahr auf. So soll es bei uns im nächsten Jahr auch sein.
Aber es gab diesen Schritt beim MSV doch schon. Nur mussten Sie Spieler wie Cedrick Makiadi, Sandro Wagner oder Dorge Kouemaha verkaufen. Warum sollte es diesmal klappen?
Der frühere Fußball-Profi Bruno Hübner (49), der für den 1. FC Kaiserslautern fünf Jahre in der Bundesliga gespielt hat und in 76 Spielen 19 Tore erzielte, lernte die Funktionärsarbeit beim SV Wehen als Trainer, Vize-Präsident und später auch als Manager. 2007 führte er den Regionalligisten in die zweite Liga. Nach Differenzen im Verein wechselte er in der Winterpause der Saison 2007/2008 zum MSV Duisburg und arbeitet seitdem bei den Zebras als Manager.
Hübner: Es stimmt, wir waren schon weiter als im Moment, doch wir mussten die Spieler aus finanziellen Gründen abgeben. Das ist sehr ärgerlich. Da haben wir monatelang gescoutet, verhandelt und ein gutes Team zusammen gebaut, und dann bricht alles wieder zusammen.
Machen Sie denn alles richtig? Nehmen wir das Scouting-System. Bei Bayern München oder Leverkusen gibt es ganze Abteilungen dafür, beim MSV wirkt dieser Bereich übersichtlich.
Hübner: Auch das stimmt. Wir haben mit Dieter Mertens einen ausgezeichneten Spieler-Beobachter, können uns dazu aber nur drei weitere Leute auf 400 Euro-Basis leisten. Damit sind wir natürlich nicht in der Lage, das zu leisten, was die großen Klubs mit acht oder neun Hauptamtlichen leisten.
Sie haben mit Makiadi, Caiuby, Reiche und Yilmaz zuletzt vier Spieler aus Wolfsburg geholt. Haben Sie einen besonderen Draht zum VfL?
Hübner: Das hat mit meinen Kontakten im Fußball zu tun. Ich kenne Trainer Armin Veh sehr gut, und der hat mir einige Tipps gegeben. Da wir nicht mit Geld um uns werfen können, müssen wir akribischer arbeiten und überzeugender sein als andere, wie zum Beispiel bei Julian Koch, den wir vom BVB geholt haben.
Wie haben Sie den überzeugt, wenn nicht mit Geld?
Hübner: Nun, er hatte auch ein Angebot vom FC Augsburg. Wir haben ihm gesagt, komm’ lieber zu uns, denn wir haben einen kleinen Kader und setzen auf junge Spieler. Bei uns ist die Chance sehr groß, dass du viele Spiele machen wirst. Augsburg will aufsteigen, hat einen großen Kader und es ist die Frage, ob du dort gegen die etablierten Profis eine Chance kriegen wirst. Deshalb kam Julian Koch zu uns.
Er ist sofort Stammspieler geworden, auch die anderen Neueinkäufe haben überzeugt. Glück?
Hübner: Neben einer Menge Arbeit gehört natürlich auch Glück dazu. Wir haben viele Volltreffer bei den Transfers gelandet, und daher mit Sicherheit auch Glück gehabt. Man darf das Glück im Leben aber nicht überstrapazieren. Deshalb müssen wir daran arbeiten, den Etat für die kommende Saison um zwei oder drei Millionen zu erhöhen, damit wir gute Spieler auch halten und den Schritt Richtung Aufstieg machen können.
Keine Angst vor einem Absturz?
Hübner: Ich bin ein optimistischer Mensch, aber der Blick zu Fortuna Düsseldorf zeigt, wie schnell es gehen kann. Du verkaufst zwei Leistungsträger, und zack, stehst du plötzlich wieder unten drin.
MSV-Trainer Sasic steckt in der Klischee-Schublade der autoritären Trainer. Passt er noch in eine Zeit, in der ein Trainer-Typus wie Thomas Tuchel in Mainz als Erfolgsmodell dient?
Hübner: Manche sagen, dass Milan Sasic einen Admiralston hat. Aber er verlangt von den Spielern nur, dass sie akribisch arbeiten und immer an ihre Leistungsgrenze gehen sollen. Das ist legitim, und daher passt er gut zum Verein.
Sie selbst stehen als Manager selten in den Schlagzeilen. Zufall oder Absicht?
Hübner: Absicht. Manche Spielerberater haben mich schon gefragt: Warum bist du immer so still, das hast du doch gar nicht nötig. Aber ich will nach außen kein Lautsprecher sein, davon gibt es in unserem Geschäft schon genug. Ich will nach innen gehört werden, und ich denke, dass mir das auch gelingt.
14:36
@ #19
Ist schon richtig, aber Reiche ist eh noch 2 Jahre gebunden und Trojan, Koch und Maierhofer.... : wie soll er da jetzt schon Verhandlungen aufnehmen? Wolverhampton, Dortmund und Mainz wollen sehen, wie die Spieler sich entwickeln, sonst hätten sie die direkt komplett abgeben können. Zudem wollen die Spieler für sich das gleiche tun und abwägen (völlig ok aus deren Sicht) und Hübner weiß nicht, wo wir stehen werden, wie die Finanzlage ist und und und...
Aber ich denke BH hat aus den Fehlern gelernt und ist unabhängiger geworden, somit habe ich da volles Vertrauen, dass er da keinen Kelch an sich vorbeigehen lässt, alleine wie er sich in der Sommerpause den A**** aufgerissen hat, um Spieler zu überzeugen und zu verpflichten.
14:34
Junge Junge wollt ihr nicht erst mal die Kirche im Dorf lassen.Bis jetzt ist alles gut gelaufen aber wer weiß wie es in sechs oder acht Wochen aussieht?.lasst die Jungs doch einfach mal in Ruhe spielen bevor ihr alle langfristig an uns binden wollt.Ich hab jetzt schon die Kommentare vorstellen wenn es mal nicht so gut laufen sollte.Dann ist plötzlich der ein oder andere ein Fehleinkauf usw.Halltet doch einfach mal den Ball flach und freut euch über schöne Spiele.
Und vor allen dingen kommt endlich alle ins Stadion.
13:19
Ich hebe BH nicht in Himmel, denn eigentlich ist seine Arbeit erst zu 50% erledigt. Er hat zusammen mit Sasic ein glückliches Händchen bewiesen, aber ich werde ein bißchen Wasser ins Weinglas der Glückseligkeit gießen:
Es laufen mehrere Verträge zum Saisonende aus und es ist jetzt bis zur Winterpause geboten, den einen oder anderen Spieler soweit möglich längerfristig an den Verein zu binden. Das das nicht einfach ist, ist allen klar aber man kann ja sogenannte Staffelverträge machen. Zur jetzigen Situation zu den finanziellen Möglichkeiten und bei Aufstieg (in den nächsten 2 Jahren) verändern sich die finanziellen Rahmenbedingungen.
- Koch: heute die Optionen mit dem BVB abklären
-Meierhofer - dito
-Trojan - dito
-mit Veigenau Verhandlungen aufnehmen
_Reiche hat bewiesen, dass er ein guter ist, vorzeitige Verlängerung sollte angestrebt werden
etc. Das Modell Mainz ist hier sicherlich Vorbild, dass sichergestellt ist, dass die Verträge gestaffelt sind, so dass nicht mehr als max. 3-5 Spieler den Verein verlassen können. Ansonsten haben wir nächstes Jahr wieder ein Umbruch und die Kontinuität die angestrebt ist, ist wieder zum Teufel
12:22
Bruno Hübner hat sich die heutige Anerkennung erarbeitet. Kompliment, daß er diese Kehrtwende geschafft hat. Gutes Interview. Lob an Hübner und dem Frager H. Birkhan.
Freitag spielen wir gegen starke Oberhausener. Eine Niederlage nach gutem Kampf des MSV kann ich verschmerzen. Ich hoffe jedoch, daß wir die drei Punkt hierhalten und den Vorstadtkickern mal zeigen, daß am MSV kein Weg vorbeigeht. Auf gehts Leute und am Freitag direkt volle Unterstützung. Das brauchen die jungen Kicker am meisten! 3 Punkte wären toll!
11:01
Vielleicht klappt es ja mit dem Aufstieg.
09:58
Das Problem ist dass Hübner sich viel zu lange hat von Hellmich an der Nase rumführen lassen. Ich weiß dass man sich nicht so einfach gegen den Chef auflehnt, aber als Neururer hier schon im Gespräch war, hätte er sich stärker wehren müssen, denn es war in keinster Weise sein Wunschtrainer.
Hellmich wollte lange Zeit keinen Sportmanager und hat alles alleine gemacht. Anfangs war Hübner nur eine Marionette. Erst in dieser Saison lässt man ihn alleine arbeiten.
09:22
@ #10 & 11 vielleicht hatte er auch letzte Saison einfach Pech, wenn es diese Saison Glück gewesen sein soll. Kann man sehen wie man will, aber wenn es jetzt nur Glück war....
Ich habe ihn letztes Jahr auch sehr kritisiert, aber für mich ist das Glas halbvoll und daher sage ich, dass es letzte Saison durchaus Pech gewesen ist. :-)
@ #5 Die Voraussetzungen sind diesmal etwas anders. Wir haben den Großteil der jungen Spieler für minimum 2 Jahre verpflichtet und müssen nicht wie bei Brzenska o. Makiadi den Vereinen hinterherlaufen und Angebote machen sondern wir sitzen zunächst am längeren Hebel. Wenn die Jungs also so gut sind dass sie jemand haben will muss er erstmal was bieten und wenn wir Z.B. (!) einen Yilmaz für 2-3 Mio abgeben können/müssen, haben wir die angesprochenen Gelder und brauchen die anderen Jungs vielleicht nicht mehr zwingend für n Appel und n Ei abgeben wie es bei Wagner oder Dorge war.... abwarten, Hübner macht das schon.
09:07
wo war das bitte erklärtes ziel?? zeig mir mal eine quelle belegt, dass Sasic, Kentsch oder Hübner sagen, wir wolllen diese Saison aufsteigen?!
09:04
#12 lieber Theo, Schalke ist doch noch nicht abgestiegen....!?
08:39
Erklärtes Ziel ist es nächste Saison wieder gegen Schalke 04 anzutreten und da darf man dann natürlich nicht aufsteigen....