Freudenberger Schullandschaft kommt in Bewegung
19.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-19T20:00:00+0100
Freudenberg. Freudenberger Kinder und Jugendliche sind es seit Generationen gewöhnt, weiterführende Schulen in Nachbarstädten wie Siegen oder Olpe zu besuchen.
Denn an heimischen Schulen können sie die Abiturprüfung nicht ablegen. Prominentester Ex-Fahrschüler ist Bürgermeister Eckhard Günther, der täglich nach Olpe fuhr. Aber der tägliche Transport von über 700 Kindern und Jugendlichen bei Wind und Wetter mit dem Bus in die auswärtigen Gymnasien oder Gesamtschulen lässt die Politiker inzwischen unisono über einen Umbau der heimischen Schullandschaft nachdenken.
Dazu kommt vor Ort das langsame Ausbluten der letzten von einst drei Hauptschulen. Im laufenden Schuljahr reichte es nur für eine Eingangsklasse; im neuen Schuljahr könnten es wieder zwei werden, sagte Rektor Helmut Kaufmann unserer Zeitung. Er selbst ist überzeugter Hauptschullehrer, sieht sogar Chancen für dieses System durch noch mehr berufspraktische Orientierung. Etwa mit einer so genannten „Werkschule”, die die Hauptschule alten Typs ablösen könnte.
Hauptschule nimmt wohl zwei Klassen auf
Schülerschwund an der Hauptschule einerseits, Exodus der nach höherer Qualifikation strebenden Schüler andererseits: Für die Politiker gibt es mindestens diese beiden Argumente, die eine Neustrukturierung notwendig erscheinen lassen. Das haben sich inzwischen alle Ratsfraktionen auf die Agenda geschrieben. Nun warten sie auf den Schulentwicklungsplan, der im Laufe des Sommers vorliegen soll. Der Schulausschuss gab jetzt sein Einverständnis, dass externer Sachverstand eingekauft wird. Denn die Konsequenzen daraus werden wegweisend sein.
Welches Angebot vor Ort es in Zukunft für die 700 potenziellen Abiturienten geben wird, die Freudenberg täglich den Rücken kehren (müssen), wird mit dem Schulentwicklungsplan deutlich werden. Denkbar ist die Zusammenführung von Haupt- und Realschule zu einer Gesamtschule – mit Erweiterung um eine Oberstufe. Das ist die meistgenannte Variante. Denn die Errichtung eines eigenständigen Gymnasiums würde an den Kosten scheitern.
Bewusst für die Realschule entschieden
Doch es gibt auch anderslautende Meinungen: Gerade in diesen Tagen sitzt Realschulrektor Horst von der Heyden mit Eltern zusammen, die ihre Kinder für die neue Eingangsklasse der erfolgreichen Realschule Freudenberg anmelden. Bis gestern waren 54 Kinder vorgemerkt worden – davon acht mit der Empfehlung auch für das Gymnasium. „Die Eltern melden ihre Kinder bewusst dort nicht an, sondern bei uns”, berichtet von der Heyden. Denn sie wissen: Am Gymnasium bleiben nur noch acht Jahre bis zum Abitur. Mit der Kombination von Realschule und gymnasialer Oberstufe haben sie ein Jahr mehr Zeit zur Verfügung.
Horst von der Heyden nennt noch ein Argument für die Realschule: „Unsere Absolventen, die anschließend das Abitur machen, verlassen die Schule hoch motiviert.” Dass dies durchgängig auf Zehntklässler an Gymnasien zutrifft, wage er zu bezweifeln. Die Zahlen bestätigen von der Heydens Aussagen: 40 Prozent eines Abschlussjahrgangs verlassen die Realschule stets in Richtung Oberstufe.

10:16
hallo freudenberg,
und warum nicht über eine schule für alle nachdenken? ist kostengünstiger, kann mit dem neulich berichteten konzept für inklusion verbunden werden und die schule der zukunft