Freiwurf-Krimi geht an den BSV Wulfen
16.10.2011 | 18:41 Uhr 2011-10-16T18:41:00+0200
Wulfen.An eine Achterbahnfahrt fühlte sich so manche Zuschauerin und mancher Zuschauer beim knappen Sieg der Zweibundesliga-Basketballer der BSV Münsterland Baskets Wulfen über die Schwelmer Baskets erinnert.
BSV-Trainer Thorsten Morzuch brachte es so auch nach der Partie auf den Punkt: „Das war ein ‘rauf und ‘runter. Bis auf die ersten Minuten lagen wir immer vorn. Wir haben das Spiel hinterher gut gelesen und deshalb verdient gewonnen.“
Bis zum Sieg waren es aber 40 Spielminuten, in denen der BSV gegen die mit großem und lautstarkem Anhang angereisten Schwelmer Gäste phasenweise mit den Nerven seiner Fans nicht gerade zimperlich umging.
Den besseren Start erwischte Schwelm um seine starken US-Amerikaner Jason Holmes (26 Punkte/2 Dreier) und Devon Baker (11/3) und ging mit 8:4 in Führung (5.) - Morzuch sah sich prompt zu einer Auszeit genötigt. Denn was er bis dato von seiner ersten Fünf gesehen hatte, war nicht unbedingt dazu angetan, dem weiteren Spielverlauf beruhigt entgegensehen zu können.
Schwelm hatte sich munter die Rebounds in Defensive sowie Offensive gefischt und kam im Angriff zu zweiten Wurfchancen, während es bei den Wulfenern in der Offense alles andere als rund lief.
Die Auszeit zeigte Wirkung. Nach dem 4:10-Rückstand legten die Wulfener über eine nun gefestigte Verteidigung sowie einen jetzt im Angriff zur Hochform auflaufenden Dijon Smith - der im ersten Spielabschnitt 8 seiner 21 Punkte gesamt markierte - eine beeindruckende 13:0-Serie hin und führte am Ende des ersten Viertels per „Dreier“ von Hendrik Bellscheidt mit der Viertelsirene mit 17:10.
Auf 25:14 (12.) baute Center Philipp Mazur - der gute Szenen unter den Körben hatte - per Bonus-Freiwurf den Wulfener Vorsprung aus. Was der BSV aber nun - und noch einige Male im Spiel - vermissen ließ, war einfach Konstanz.
Die Konzentration war ganz offensichtlich weg, Ballverluste und Fehlwürfe stellten sich bei den Wulfenern ein. Schwelm bedankte sich auf seine Weise - und Baker kam mit einem Drei-Punkte-Wurf zum 27:27-Ausgleich (15).
Dann führte der Weg nach erneuter Auszeit wieder aufwärts für den BSV. der unter anderem über einen „Dreier“ von Romeo Bakoa und sichere Freiwürfe des bestens aufgelegten Smith eine 40:36-Halbzeitführung behauptete.
Und es ging bergauf bis zur 54:42-Führung des BSV durch einen verwandelten Freiwurf von Steve Briggs (27.). Anschließend ging es rapide wieder bergab. Wulfener Schwächen in der Defense gaben den Gästen Oberwasser und auch das Schiedsrichtergespann lag - beispielsweise bei einem vermeintlichen Schrittfehler von Wulfens Kapitän Steffen Hummelt, dessen „Dreier“ so auch nicht zählte - in dieser Phase nicht immer richtig.
Bis zum Ende des dritten Viertels verkürzte Schwelm auf 53:56. Wulfen arbeitete sich abermals aus dem Tal heraus, Hummelts Drei-Punkte-Wurf zum 64:55 (33.) bedeutete erneut eine einigermaßen komfortable Führung des BSV. Ein weiterer Wulfener Einbruch ließ Schwelm per „Dreier“ von Baker auf 66:69 aufschließen (38.) - und nun wurde es hochdramatisch.
Schwelm um den effektiven Max Dohmen (10) verlegte sich auf taktische Fouls, um Wulfen an die Freiwurflinie zu zwingen. 33 Sekunden vor Schluss traf Smith einen Freiwurf zur 70:66-Führung - die Partie war noch völlig offen. Der Krimi ging weiter. Holmes verkürzte 13 Sekunden vor dem Ende von der Linie aus auf 68:70, bevor Briggs und Rouven Hänig mit vier verwandelten Freiwürfen den 74:68-Sieg sicherstellten.
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