Freiwürfe nach Freyer-Protest geben Phoenix den Rest
23.11.2008 | 20:21 Uhr 2008-11-23T20:21:00+0100
Wenn es in den Osten geht, wird es für die ProA-Basketballer von Phoenix Hagen schwer. Nach zwei Pleiten beim Mitteldeutschen BC in Meisterschaft und Pokal und einem glücklichen Punktspiel-Sieg nach Verlängerung in Jena verloren die Feuervögel am Samstag in Chemnitz mit 78:87 (37:41).
„Es war neben den Niederlagen beim MBC die schlechteste Saisonleistung", bilanzierte Ingo Freyer nach einer Partie, in der Schiedsrichter eine maßgebliche Rolle spielten. „Ich will nicht sagen, dass wir verpfiffen worden sind, aber sie haben einiges zu unserer Niederlage beigetragen”, so der Phoenix-Coach.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Wegen des angekündigten Wintereinbruchs bereits um 7.45 Uhr gestartet, trafen die „Feuervögel” schon um 14 Uhr in Chemnitz ein und konnten in einem Hotel entspannen. Eine Vorbereitung, die sich zunächst auszuzahlen schien: Phoenix fand gut in die Partie und führte nach acht Minuten mit 19:12.
Dann verloren die Gäste den Rhythmus. Angeführt vom starken Niners-Center Nate Gerwig verkürzten die Sachsen bis zum Viertelende auf 17:19, um im zweiten Abschnitt nach einem 11:2-Start bereits mit 28:21 vorne zu liegen. Erst Zach Freeman, erneut auffälligster und korbgefährlichster Phoenix-Akteur, beendete den Zwischenspurt der Sachsen. Der US-Flügel war es auch, der Hagen per Freiwurf noch einmal in Führung warf (29:28). Danach liefen die Gäste nur noch hinterher.
Was Gründe hatte: „Zum einen haben wir Khartchenkov und Pfeifer nicht in den Griff bekommen, zum anderen hatten bei uns einige Leute nicht ihren besten Tag”, so der Hagener Übungsleiter. Chase Griffin, in Jena in letzter Sekunde noch Vater des Sieges, traf bei 15 Versuchen aus dem Feld nur viermal und nur einen von fünf Freiwürfen. Und Thomas Dreesen, normalerweise Hagens bester Dreierschütze, traf von der 6,25-Linie bei vier Versuchen überhaupt nicht.
Apropos Dreesen: Der Belgier fing sich wegen angeblicher „Schauspielerei”, als er Fouls provozieren wollte, zwei technische Fouls ein, wähnte sich disqualifiziert, verschwand in die Umkleidekabine und zog sich um. De facto durfte er aber noch spielen. Als er in Zivil wieder auftauchte, schickte ihn Freyer erneut zum Umkleiden in die Kabine.
Aber auch Dreesens „Comeback” half nicht mehr. Als beim Stand von 79:72 (38.) Bernd Kruel das fünfte Foul erhielt, nachdem Gegenspieler Claudio Cecotti theatralisch zu Boden gegangen war, legte sich Ingo Freyer mit den Schiedsrichtern an. Zwei technische Fouls waren die Folge, die Chemnitz durch vier verwandelte Freiwürfe zur vorentscheidenden 83:72-Führung nutzte. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen”, mochte der Übungsleiter aber keine Mitschuld an der Niederlage übernehmen. „Das waren arrogante Schiedsrichter, mit denen man nicht kommunizieren konnte.” Zumindest nicht ohne Konsequenzen.
Chemnitz Niners: Khartchenkov (24, 3/6 Dreier), Gerwig (20, 9 Rebounds), Pfeifer (18), Baker (8, 9 Rebounds), Buchmiller (7), Scruggs (4), Worenz (3), Ceccotti (3), Weybright, Ahnsehl, Speer.
Phoenix Hagen: Freeman (18, 9 Rebounds), Kruel (14, 8 Rebounds), Pryor (11, 2/4 Dreier), Griffin (10, 1/5 Dreier), Grothe (10, 2/6 Dreier), Malte Schwarz (6, 2/3 Dreier), Fleetwood (6), Dreesen (3, 0/4 Dreier), Kristof Schwarz.
Viertel: 17:19, 24:18, 23:22, 23:19.
Teamstatistik: 49,1:45,3 % Wurfquote; 5/13:7/24 Dreier; 28/38:13:19 Freiwürfe; 33:33 Rebounds; 13:15 Ballverluste; 19:11 Assists; 22:30 Fouls.

0mitdiskutieren