Fracking-Fantasie
05.09.2012 | 17:58 Uhr 2012-09-05T17:58:00+0200
Lagerstätten in tiefen Gesteinsschichten können eine energiepolitische Chance sein, sie sind aber zugleich ein erhebliches Umweltrisiko. Viele Fragen sind offen, die Meinungen zwischen Bund und Ländern gehen auseinander. - Ein Kommentar.
Auf dem langen Weg in eine Zukunft mit einer Stromversorgung ausschließlich aus Öko-Energie wird NRW als industrielles Herz der Republik noch Jahrzehnte auf flexible Gaskraftwerke angewiesen sein. Kein Wunder, dass die Vorstellung von heimischen Erdgasquellen zwischen Höxter und Heinsberg die Fantasie beflügelt.
Lagerstätten in tiefen Gesteinsschichten können eine energiepolitische Chance sein, sie sind aber zugleich ein erhebliches Umweltrisiko. In den USA ist die Natur bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, in Frankreich lässt man inzwischen lieber die Finger vom Fracking. Die rot-grüne Landesregierung steht jetzt vor der Herausforderung, Regeln zu formulieren, die der Technologie in NRW eine Entwicklungsperspektive lassen, ohne die Gefahren für das Trinkwasser zu verharmlosen.
Viele Fragen sind offen, die Meinungen zwischen Bund und Ländern gehen auseinander. Die in NRW diskutierte Idee eines öffentlich begleiteten „Forschungs-Frackings“ ist dabei nicht die schlechteste. Zudem gehört die Kommunikationsstrategie mit betroffenen Anwohnern und verunsicherten Bürgerinitiativen generalüberholt. Dass US-Multis ihre möglichen Förderclaims in NRW abstecken konnten, ohne dass Kommunen und Bürger ausreichend informiert wurden, hat die Diskussion über die heimische Erdgasförderung von vornherein schwer belastet.
18:53
Und was bringt es dem gemeinen Bürger?
Wird dadurch das Gas billiger?
Ich denke nicht....
Wird dadurch evtl. das Trinkwasser gefährdet?
Laut ausreichender Studien schon. Nicht umsonst lässt Frankreich die A-Kraftwerke nur in Grenznähe aufstellen und hat Fracking komplett verboten.
Werden dadurch dauerhaft Arbeitsplätze gesichert?
Für 13 Jahre schon. Nokia, Opel und Schlecker lassen grüßen.
Dieses Thema sollte viel mehr in den Top-Themen von DerWesten erscheinen. Immer liest man nur Apfel-Werbung und die Kommentare beschränken sich nur auf "Mein Handy ist besser" und "Ich fahre so schnell ich will". Unter solch wichtigen Themen liest man allerdings kaum Kommentare. Das Thema sollte bei den Lesern viel mehr Empörung auslösen, als "Harz4 Familie hat bla bla...".
Leider denke ich wie "DerRheinberger #3" ebenfalls, das es stillschweigend schon beschlossene Sache ist und man nur auf einen günstigen Moment wartet. In 2 Jahren ist wieder WM. Würde mich nicht wundern, wenn es dann losgeht.
www.gegen-gasbohren.de
07:18
So wie die "Kraft(alt)meierschen" Regierungen herumeiern denke ich dass das Fracking in Deutschland in den Regierungsstuben bereits beschlossene Sache ist. Schenken wir einer Hand voll amerikanischen Ernergiekapitalisten doch unser Trinkwasser, wir können es ja danach teuer wieder aus dem Ausland importieren! Dafür hat Frau Kraft den Frackingbefürworter und strammen SPD-Seeheimer Gerald Duin als NRW-Wirtschaftsminister aus Niedersachsen geholt.
Da ist Notwehr angesagt und Selbsthilfe der Kommunen. Vor allem Aufklärung! Der Rat der Stadt Neukirchen Vluyn hat übrigens das Fracking per Ratsbeschluss auf seinem Terretorium verboten. Das sollten andere Kommunen auch so machen.
Und werter Herr Blasius, hier braucht man nicht abwägen oder politische Neutralität wahren. Schreiben Sie einfach, was Fracking ist: Nämlich ein Verbrechen an Umwelt und Menschen.
23:53
Die "Beiträge" von Herrn Tobias Blasius sind von unveränderter Qualität, egal ob sie in Essen oder jetzt in Düsseldorf verfasst wurden.
22:00
...wie der Dokumentation in ARTE gestern über die Geschichte der Erdölförderung von Rockefeller über Shell bis PB und die Aufteilung speziell des Nahen Ostens zeigte...