Flügellahmen Feuervögeln fehlt verlässlicher Faktor
02.02.2010 | 11:11 Uhr 2010-02-02T11:11:00+0100
Hagen. Eine 72:87-Niederlage in Ulm im Rücken und ein schweres Heimspiel am Samstag um 15 Uhr gegen die Telekom Baskets Bonn vor der Brust - Basketball-Erstligist Phoenix Hagen hat einiges aufzuarbeiten und vorzubereiten. Unsere Zeitung führte mit Ingo Freyer, Trainer der "Feuervögel", ein Interview
Die Umbauarbeiten in der Ischelandhalle laufen an. Bei Hagens Basketball-Fans indes wächst die Sorge, dass man zum Ende des Jahres zwar eine erstligataugliche Halle, aber keine Erstliga-Mannschaft mehr hat. Können Sie derartige Befürchtungen zerstreuen?
Ingo Freyer: Wir sind ein Aufsteiger und es war von Anfang an klar, dass es nur um den Klassenerhalt geht. Keiner konnte erwarten, dass wir zu diesem Zeitpunkt mit zehn Siegen gesichert sein würden. Wir müssen hart kämpfen bis zum Schluss, ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen.
Sie haben auch vor dem Spiel in Ulm Optimismus verbreitet, doch es gab eine Niederlage mit 15 Punkten. Manch einer fragt sich danach schon, gegen wen will Phoenix denn noch gewinnen?
Freyer: Wir haben schon bewiesen, dass wir auch wichtige Spiele gewinnen können und dies werden wir wieder tun. In Ulm haben wir ja gut begonnen, uns aber dann durch viele Ballverluste aus dem Spiel gebracht. Daran war fast jeder beteiligt. Die Ulmer haben nicht gewonnen, weil sie so stark waren, wir haben das Spiel durch viele Fehler verloren. Die müssen wir abstellen.
Chase Griffin hat in Ulm keinen einzigen Dreier versucht, Michael Jordan dafür elf bei vier Treffern. Wie kam das?
Freyer: Die Ulmer haben Chase gedoppelt und Michael etwas freier stehen lassen. Der Gegner stellt sich auf unser Spiel ein, wir auf das des Gegners. Griffin hat trotzdem 17 Punkte gemacht, indem er andere Qualitäten ausgespielt hat, sein Ulmer Pendant Lee Humphrey nur vier.
Obwohl Bernd Kruel krankheitsbedingt nur sporadisch zum Einsatz kam, bekam Aaron Fleetwood lediglich dreieinhalb Minuten Spielzeit. Warum?
Freyer: Aaron ist momentan in einem Tief, das mental bedingt ist. Gegen einen 130-kg-Mann wie Ulms Kevin Martin habe ich es außerdem für besser gehalten, Matthias Grothe mal etwas länger zu bringen als sonst.
Fleetwood im Tief, Dreesen weg, Grothe ein Mann nur noch für Kurzeinsätze - auf der Flügelposition fehlt ein verlässlicher Faktor. Muss und kann da eventuell noch nachgelegt werden, wie man es schon auf den großen und kleinen Positionen getan hat, um die Klassenerhaltschancen zu beflügeln?
Freyer: Ich hätte hier gerne noch jemanden, das ist klar. Quentin Pryor startet auf der Position drei, aber ihn kann ich auch gut für die Rotation der „Kleinen” gebrauchen. Ob finanziell noch etwas machbar ist, diese Frage muss Geschäftsführer Oliver Herkelmann und müssen letztlich unsere Sponsoren beantworten. Bis Ende Februar sind Transfers ja noch möglich.
Mit Gießen und Paderborn stehen weiterhin zwei Teams hinter Phoenix. War der Sieg von Düsseldorf, auch noch in Reichweite, am Samstag in Gießen gut oder schlecht?
Freyer: Gut! Damit blieben zwei Mannschaften hinter uns, die wir aus eigener Kraft hinter uns halten können.
Am Samstag kommt Bonn nach Hohenlimburg, der amtierende Vizemeister und aktuelle Tabellendritte. Kann da etwas gehen?
Freyer: Wir haben Heimrecht und zu Hause habe ich immer die Hoffnung, dass wir gewinnen. Auch gegen solch einen starken Gegner. Wir müssen unsere Ballverluste reduzieren, dann ist etwas möglich.

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