Flagge zeigen gegen Rassismus
22.09.2008 | 20:12 Uhr 2008-09-22T20:12:00+0200
Siegen-Weidenau. (ISY) „Flagge zeigen gegen Rassismus und für Courage” hieß es gestern am Evangelischen Gymnasium (Evau) in Weidenau. In Projektengruppen sprachen die Schüler über die Ursachen von Fremdenhass. Offen gebliebene Fragen stellten sie „Experten” bei einer Podiumsdiskussion.
Die Projekte sollten informieren und das Bewusstsein der Schüler stärken. „Schüler merken oft viel schneller, wenn etwas an ihrer Schule passiert”, so Beate Brinkmann, Lehrerin und Organisatorin. Deshalb sei es wichtig, vor allem die Jüngeren dazu zu ermutigen, bestimmte Situationen nicht einfach hinzunehmen. Den ganzen Vormittag nahmen die Schüler an einem oder gleich mehreren der 23 Projekte teil. Die Gruppen beschäftigten sich unter anderem mit nationalsozialistischen Strukturen im Siegerland sowie Filmen, Liedern und Symbolen. Für die Fünf- und Sechsklässler gab es ein gesondertes Angebot. „Die Jüngeren haben noch keine konkrete Meinung zu dieser Szene”, so Alexandra Rüst. Trotzdem könne man sie aufklären über Machtstrukturen und Selbstbewusstsein. Alexandra war eine von vielen Oberstufenschülern, die einzelne Projekte leiteten. Zu einigen Themen hatten die Jugendlichen auch Redner eingeladen. Unter ihnen ein Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene in Sachsen und die Siegenerin Traute Fries, die über eine jüdische Familie im Zweiten Weltkrieg berichtete. Ein ehemaliger türkischstämmiger Schüler berichtete über seine Erfahrungen mit Ausländerfeindlichkeit. Auch eine Stadtführung unter dem Akspekt „Jüdische Familien in Siegen” wurde angeboten. Zum Abschluss des Tages versammelten sich rund 250 „Evauler” zu einer Diskussion. Stadträtin Birgitta Radermacher, Andre´ Schmidt (CDU), Ingrid Tielsch (UWG), Michael Groß (Grüne) und Peter Mörbitz (SPD) beantworteten Fragen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Ereignisse um die Gruppierung „Pro Köln” und ihre Forderung nach „Entislamisierung” sowie das Scheitern des Verbotes der NPD. Auch die Meinung der Redner zu lokalen Fragen, wie Rechtsradikalen in Siegen, war gefragt. (siehe Interview: Zur Sache)

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