Firmen setzen trotz Krise weiter auf Ausbildung
01.10.2009 | 17:43 Uhr 2009-10-01T17:43:00+0200
Jedes dritte Unternehmen in Siegen-Wittgenstein plant Personalabbau, dies wird sich auch auf den Lehrstellenmarkt auswirken, sagen IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt und IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener.
Gegen den Trend haben die Maschinenbauer in diesem Jahr mehr Auszubildende eingestellt als im vergangenen Jahr, so der für die berufliche Bildung zuständige Geschäftsführer Gräbener. Er sieht Licht und Schatten bei der Lehrstellenbilanz. Bei Unternehmern habe sich offenbar die Erkenntnis durchgesetzt, trotz wirtschaftlich schwieriger Lage weiter auszubilden, da die demografische Entwicklung schon in wenigen Jahren den Betrieben Schwierigkeiten bereiten werde.
Der Rückgang in Siegen-Wittgenstein fiel nicht so schlimm aus wie befürchtet. Soviel ist sicher: Der Arbeitsmarkt und damit auch der Lehrstellenmarkt werden sich aber im nächsten Jahr problematisch entwickeln.
Die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe hätten in den ersten neun Monaten dieses Jahres 1438 Verträge mit Azubis abgeschlossen, 14 Prozent weniger als im Vorjahr. „Ein Rückgang auf hohem Niveau. Die Lehrstellenzahlen von 2008 hat man zuletzt im Jahre 1988 erreicht”, bemerkte Mockenhaupt. Handel, Banken sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe bildeten auf Vorjahresniveau aus, Rückgänge gibt es bei den Metall- und Elektroberufen, den Industriekaufleuten, besonders eklatant im Transport- und Logistikgewerbe. Zum Teil haben die Betriebe hier die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze halbiert.
220 junge Menschen gelten in Siegen-Wittgenstein als nicht vermittelbar. Um diese wollen sich Handwerk, IHK und Arbeitsagentur verstärkt kümmern.
Die Industrie- und Handelskammer fragte bei den Unternehmen in Siegen-Wittgenstein auch nach, auf welche beschäftigungspolitischen Instrumente sie setzen, um die Krise zu überstehen. Mehr als die Hälfte der Betriebe verzichtet auf Neueinstellungen, in der Industrie sind es sogar 70 Prozent der Unternehmen. Die Reduzierung der Arbeitszeit, Kurzarbeit, keine Weiterbeschäftigung befristeter Arbeitnehmer und Verzicht auf Zeitarbeit sind weitere Instrumente, die von Unternehmen in Siegen-Wittgenstein stark genutzt werden.
15 Prozent bauen ihre Stammbelegschaft ab. Rund ein Drittel der Firmen nutzt die Kurzarbeit, in der Industrie über die Hälfte. Jedes dritte Unternehmen erklärte, das Instrument der Kurzarbeit noch über die nächsten sechs Monate einsetzen zu müssen.

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