Filmpreis mit Charme und neuem Glanz
22.05.2009 | 19:31 Uhr 2009-05-22T19:31:00+0200Siegen „Vergessen Sie Cannes! Vergessen Sie Hollywood! Genießen Sie Siegen!”, forderte Universitätsrektor Ralf Schnell am Mittwoch. Das konnte nur eins bedeuten: Es war wieder einmal Zeit für den „Goldenen Monaco”.
Seit Jahren ein besonderes Ereignis nicht nur für Medienwissenschaftler, zeigte sich der studentische Filmpreis jetzt mit neuem Team in neuem Glanz – und zum ersten Mal im Apollotheater.
Schon der schwungvolle musikalische Auftakt ließ keinen Zweifel daran, was die Zuschauer erwartete: vier Stunden voller Spannung und Emotionen. Eine Sängerin fiel auf der Bühne zu Boden, Rettungssanitäter entpuppten sich als die Moderatoren Jasmin Amend und Sebastian Brings. Die ausverkauften Reihen des Theatersaals toben.
Knapp 50 Filme wurden der hochqualifizierten, fünfköpfigen Jury vorgestellt. Diese bestand unter anderem aus der Produzentin Juliane Thevissen (unter anderem „Lammbock” mit Moritz Bleibtreu) und dem Professor für Medienästhetik an der Uni, Peter Matussek.
Unter ihren kritischen Augen und denen ihrer Kollegen konnten sich die Studentenfilme allesamt behaupten. „Das was ich gesehen habe, war umwerfend”, sagt Marcus Kleiner, ebenfalls Jurymitglied und Laudator in der Kategorie bestes Musikvideo. Nicht ganz zu Unrecht also scherzte Brings: „Der Oskar wird mittlerweile schon als der Goldene Monaco Amerikas bezeichnet.” Mit verblüffender Professionalität und ohne Subventionen haben es die Studenten geschafft, den Monaco zu einem Ereignis für die ganze Stadt werden zu lassen. „Das ist das tollste Fest Siegens”, rief Ralf Schnell begeistert seinen Zuhörern zu.
Die Gewinner
- Bestes Musikvideo: „Echtzeit – Geschichte Schreiben”
- Beste Dokumentation: „Obdachlos”
- Bester Werbefilm: „Humbug”
- Bester Kurzfilm: „UFO – Invasion auf Siegen”
- Publikumsfilm: „Anabiosis”
- Bester Film des Abends: „Lacrimosa”
Den besonderen Charme erhielt der Abend dadurch, dass nicht alles perfekt lief, dass die Preisträger eben keine makellos einstudierten Reden vorbereitet hatten und auch die Technik einmal versagen durfte. Mit viel Humor nahmen die Moderatoren sich selbst und ihr Publikum auf die Schippe.
„Es ist wichtig, dass man etwas dreht, ohne sich im Voraus zu viele Gedanken zu machen”, sagt Michael Maas, Gewinner in der Kategorie „Bester Werbefilm”. Durch diesen Mut zu experimentieren sind Werke entstanden, die eine Auszeichnung mehr als verdient haben – von Persiflagen auf die Zeit der ersten Science-Fiction-Filme über Stummfilme bis hin zu Nervenzerreissenden Horrorstreifen.
Gekrönt wurde die Veranstaltung mit den Auftritten der Capoeira-Showgruppe, des Doc-Teams und natürlich mit der After-Show-Party. Denn neben dem Filmemachen können Studenten eins bekanntlich auch sehr gut: feiern.

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