Feuer in der Gesamtschule richtet 80 000 Euro Schaden an
30.11.2009 | 17:40 Uhr 2009-11-30T17:40:59+0100
Kreuztal. Auf mindestens 80 000 Euro wird laut Stadtbaurat Eberhard Vogel der Gesamtschaden geschätzt, der am Donnerstagmorgen durch vorsätzliche Brandstiftung in einer Mädchentoilette im Untergeschoss der Clara-Schumann-Gesamtschule entstanden ist.
Mittlerweile wird auch nicht ausgeschlossen, dass schulfremde Personen das Feuer gelegt haben könnten, wie Schulpressesprecher Peer Ball-Engelkes am Freitag mitteilte. Denn immerhin gibt es vier Eingänge in das Schulgebäude, die ganztägig geöffnet sind.
Das Lehrerkollegium war am schulfreien Tag, der auf Grund vermeintlicher Rückstände der beim Feuer entstandenen Dämpfe angeordnet worden war, zu einer Dienstbesprechung zusammengekommen. Dabei wurden die neuesten Erkenntnisse der Experten vorgetragen.
Arbeit für 30 Reinigungskräfte
So hat der Brandsachverständige der Kreisfeuerwehr, Klaus Ehrmann, festgestellt, dass die Atemluft im betroffenen Bereich nicht mehr verunreinigt ist. Nur im Foyer und in einigen Fluren gebe es noch eine mittlere Rußbelastung, die aber durch eine seit gestern im Schulgebäude tätige Fachfirma mechanisch entfernt wird. 30 Reinigungskräfte wurden dazu verpflichtet. Sie nahmen Freitag Mittag die Arbeit auf und werden am Wochenende durcharbeiten. Am Montag wird deshalb auch der normale Schulbetrieb wieder aufgenommen. „Gefahrenfrei”, wie Ball-Engelkes betont.
Das Lehrerkollegium hat überdies den Eltern der von Reizhusten und Atembeschwerden Betroffenen unter den über 800 Schülern empfohlen, Anzeige gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung zu erstatten. Bedeutender als die vorübergehenden Beeinträchtigunge seien aber wohl die psychischen Auswirkungen. Insgesamt hatten nach dem Feuer 17 Schülerinnen und Schüler über Folgen geklagt: von Atemnot bis hin zu Panik. Vier Schüler wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht, aber noch am selben Tag entlassen.
In Jahrgangsstufe 13 Klausuren geschrieben
Zum Zeitpunkt des Brandes war auf derselben Ebene nur ein Fachraum mit einer Arbeitsgruppe besetzt. Überdies schrieben die Schüler der Jahrgangsstufe 13 gerade zwei Klausuren, die abgebrochen werden mussten. Nachgeschrieben werden dürfen sie nicht, aber bei der Bewertung soll berücksichtigt werden, dass doch einige Minuten bis zum offiziellen Abgabeschluss um 11.15 Uhr gefehlt haben.
Entstanden war das Feuer durch Anzünden eines Papierhandtuchhalters. Darauf fing auch ein Papierkorb Feuer, sodass Wände und Decken des Mädchentoilettentraktes in Mitleidenschaft gezogen waren. Zu den genauen Umständen soll in der neuen Schulwoche eine Befragung der Schülerschaft erfolgen - auch darüber, unter welchen Beeinträchtigungen sie eventuell noch leiden. „Die Schule nimmt das sehr ernst”, sagte Peer Ball-Engelkes. hn

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