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Felix Magath ist Balsam für die Schalker Seele

28.06.2009 | 19:23 Uhr
Felix Magath ist Balsam für die Schalker Seele

Gelsenkirchen. Die Mitglieder des FC Schalke 04 feierten auf der Jahreshauptversammlung ihren neuen Trainer Felix Magath. Neben dem Heilsbringer auf Schalke verblassen sogar neue Schulden.

Gerd Rehberg ist ein Mann, der weiß, wie man die Seele streichelt. Als der Ehrenpräsident des FC Schalke 04 gestern bei der Jahreshauptversammlung ans Rednerpult trat, da brachte er ein großes Paket mit. Darin steckte ein Spaten, das richtige Instrument zum Malochen. Rehberg verschenkte die Schüppe an den neuen Trainer und Manager Felix Magath, nicht ohne eine kleine Anspielung: „Vielleicht können Sie das als Trainingsinstrument einsetzen.” Magath freute sich und hatte auch sonst einen prima Tag: Die Jahreshauptversammlung der Königsblauen geriet zu einem einzigen Triumphzug für ihn.

Und damit auch zu einem ruhigen Tag für Vorstand und Aufsichtsrat. Grund für Kritik am Vorjahr, einem Jahr „zum in die Tonne kloppen”, wie Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gestand, hat Schalke schließlich reichlich geliefert. Alle sportlichen Ziele verpasst, erst Manager Andreas Müller und dann Trainer Fred Rutten entlassen, die Außendarstellung ein einziges Durcheinander – die Liste ist lang. Aber alles wurde überstrahlt von der einen Personalie, mit der Clemens Tönnies die Stimmung gedreht hat: Felix Magath ist da.

Felix Magath ist Balsam für die Schalker Seele.

Der bat angesichts der großen Zuneigung, die ihm entgegenschlug, um Geduld: Er sei zuversichtlich, mit der Elf seine Ziele zu erreichen, aber nicht alles sei sofort zu haben. Auch Tönnies stieß in dieses Horn: „Aufbruch mit Augenmaß”, heißt die Devise.

136,5 Millionen Euro Schulden

Für das Augenmaß muss schon Josef Schnusenberg sorgen. Der Präsident war der Mann, der die aktuellen Zahlen vortragen musste, und die sind nicht erfreulich: Schalke hat zwar im Vorjahr einen Gewinn von rund 464 000 Euro erwirtschaftet, trotzdem drücken Kredite, schlagen geringere Fernseh-Einnahmen und ein teurer Lizenzspieler-Kader durch. Die Schuldenlast der Königsblauen ist deshalb von 105 auf 136,5 Millionen gestiegen. „Wir sind”, sagte Schnusenberg, „finanziell dennoch solide aufgestellt.”

Kritik gab's aus den Reihen der Mitglieder – 2470 Wahlberechtigte waren in die Arena gekommen – trotzdem, aber nur in kleinen Dosen. Wer anmerkte, Vorstand und Aufsichtsrat würden mit der Magath-Verpflichtung nur von eigenen Fehlern ablenken wollen, wurde eher früher als später ausgebuht – auf dem Meistermacher ruhen einfach gewaltige Hoffnungen.

Erinnerung an Charly Neumann

Der Rest war Seele streicheln, etwa in einer langen Erinnerung an den verstorbenen Charly Neumann, oder in den Appellen vieler Fans, in der neuen Saison die Mannschaft stärker zu unterstützen als zuletzt. Und natürlich die Wahlen zum Aufsichtsrat, die Peter Lange, Uwe Kemmer und Andres Schollmeier gewannen, unter anderem gegen den ehemaligen Schalker Profi Erwin Kremers.

Er muss sich damit trösten, dass Schalke sich wieder auf seine Traditionen besinnen will: Bei der Jagd nach dem Titel, die nach einem Aufbaujahr eröffnet werden soll, spielt die Elf ab 2010 wieder in Blau und Weiß. Vielleicht hilft's.

Klaus Wille

Kommentare
29.06.2009
23:00
Felix Magath ist Balsam für die Schalker Seele
von Greendog | #21

die ganzen borussen hier sollten mal lieber ruhig sein...naja wenns ruhig um den eigenen Verein ist und man nicht weiß was man tun soll, bedient sich...
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2009-06-28 19:23
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