Fehlender Fahrschein kostet 300 Euro

. Foto: Mike Röser
. Foto: Mike Röser
Foto: WAZ

Nachrodt.. Im Bus ohne Ticket erwischt, hatte eine 20-jährige Nachrodt-Wiblingwerderin zu einer List gegriffen: Schnell hatte sie dem Kontrolleur einen ungültigen Fahrschein präsentiert. Jetzt stand sie wegen versuchten Betrugs vor dem Amtsgericht.

Am Morgen des 27. Januar hatte die junge Frau einen Bus der Linie 37 genutzt. Als sie der Kontrolleur aufgefordert hatte, ihm ihren Fahrschein zu zeigen, war sie in Bedrängnis geraten. In der Hoffnung, Ärger zu entgehen, hatte sie ihm das ungültige Ticket vorlegt – und war prompt aufgeflogen. Der Verdacht: Die Nachrodt-Wiblingwerderin hatte gar nicht vorgehabt, den Fahrpreis zu bezahlen.

Jetzt saß sie auf der Anklagebank – und das beileibe nicht zum ersten Mal in ihrem jungen Leben. In ihrem Strafregister befanden sich Voreintragungen wegen Körperverletzung, Diebstahls und Beleidigung. Doch, etwas war neu: War sie bei früheren „Auftritten“ vor Gericht eher laut und provokativ gewesen, so zeigte sie sich jetzt überraschend zahm und durchaus einsichtig. „Was soll ich sagen?“, begann sie, zuckte dann demonstrativ mit den Schultern und fügte schließlich hinzu: „Ich habe es gemacht.“ An dem Tag habe sie ihren Fahrschein nicht gefunden und auch kein Geld dabei gehabt. „Ich weiß, dass das nicht richtig war“, räumte sie ein. Danach hatte sie dem Gericht allerdings nichts mehr zu sagen.

Letztlich kam sie mit 300 Euro Geldbuße davon – zahlbar in sechs Raten. Richter Dirk Reckschmidt redete Tacheles: Die Geldbuße solle die junge Frau „ein bisschen zum Nachdenken bringen“. Gleichzeitig warnte er die 20-Jährige eindringlich davor, die Raten nicht zu bezahlen. In dem Fall drohe ihr dann nämlich Beugearrest.