FDP-Mann nennt Sauerland einen „Untoten“

Um Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist ein Streit zwischen FDP und CDU entbrannt. Foto: Ilja Höpping
Um Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist ein Streit zwischen FDP und CDU entbrannt. Foto: Ilja Höpping
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Nach der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten entbrennt nun auch ein politischer Streit. Der FDP-Innenexperte im Düsseldorfer Landtag, Horst Engel, fordert den sofortigen Rücktritt von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU).

Engel sagte am Donnerstag im RBB-Inforadio, Sauerland sei der „Untote in der Stadtverwaltung in Duisburg“. Er sei auf keinen Fall mehr im Amt zu halten. Als Chef des Rathauses trage er die Verantwortung für alle ihm nachgeordneten Behörden, unabhängig davon, ob er etwas unterschrieben habe oder nicht.

Allerdings trage auch die Landesregierung eine Mitschuld daran, dass die Sicherheitskonzepte nicht gegriffen haben. Engel warf Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor, vor der Loveparade in einer Pressemitteilung unter seinem Namen bekanntgegeben zu haben, dass die Sicherheitskräfte in der Lage seien, „schnell zu helfen und den bestmöglichen Schutz für die Menschen zu gewährleisten“.

CDU keilt zurück

Andres Krautscheid, Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, keilte umgehend zurück: „Eine solche Wortwahl ist angesichts der furchtbaren Ereignisse vom Wochenende unfassbar, geschmacklos und unwürdig. Sie verletzt – neben dem so Bezeichneten – auch alle, die mit den Familien und Freunden der Opfer mitfühlen und trauern“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung aus der Düsseldorfer CDU-Zentrale.

Krautscheid unterstreicht darin, dass bei der „lückenlosen und konsequenten Aufklärung der Vorgänge“ sowie der Debatte über Verantwortung und Schuld das Maß und Stil der politischen Auseinandersetzung dem Ausmaß der Tragödie Rechnung tragen“ müsse. Der CDU-Generalsekretär appelliert: „Wir Politiker sollten uns alle bemühen, die noch anstehenden anspruchsvollen Debatten nicht parteipolitisch geschmacklos auszubeuten. Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.“ (ddp)