Favoritensturz nur knapp verpasst
05.04.2010 | 17:30 Uhr 2010-04-05T17:30:00+0200
Göttingen/Hagen. Ausgerechnet bei der heimstärksten Mannschaft der Basketball-Bundesliga verpasste Phoenix Hagen den ersten Favoritensturz nur ganz knapp. Mit 69:76 (32:39) verlor das Team von Trainer Ingo Freyer am Ostersamstag bei Europacup-Halbfinalist BG Göttingen.
„Wir waren nah dran zu gewinnen”, attestierte Freyer seinem Team vor allem in der Defensive eine starke Leistung, trauerte aber auch einer verpassten Chance hinterher: „Ärgerlich sind besonders die 22 Ballverluste, die wir hatten.” Währenddessen räumte BG-Coach John Patrick ein: „Wir waren heute das glücklichere Team. Hagen hat mit mehr Intensität gespielt.”
In einer nervös geführten Partie - dem 100. Bundesliga-Heimspiel der Göttinger - bereiteten die Gastgeber Phoenix zunächst mit ihrer Ganzfeld-Pressverteidigung einige Probleme. Nach dem 4:7 (5. Minute) erarbeitete sich die BG um den nie zu kontrollierenden Taylor Rochestie so eine 15:7-Führung (8.). Doch da die Göttinger in der Folge nur schwach trafen, blieb Hagen im Spiel. Beim 15:14 vor der ersten Viertelpause hatte Jonathan Kale den Anschluss wieder hergestellt, beim 17:18 (13.) durch Aaron Fleetwood führte man sogar wieder. Doch schon jetzt leisteten sich die Gäste, die das hohe Tempo der Göttinger mitgingen, zu viele Ballverluste.
So blieben die Gastgeber meist vorn, konnten sich zum 48:37 (24.) durch Jason Boone etwas absetzen. Doch vornehmlich Chase Griffin, der diesmal gut aus der Distanz traf, führte die Hagener wieder heran, auch Rolandas Alijevas trug unter anderem mit zwei Dreiern erstmals maßgeblich zum guten Auftreten der Gäste bei. Dagegen hatten auf dem Flügel Quentin Pryor und Zygimantas Jonusas, die aus dem Feld überhaupt nicht trafen, nicht ihren besten Tag erwischt. Beim 51:54 (29.) lag Phoenix gleichwohl vorn, auch von einer weiteren Tempoerhöhung der Gastgeber ließ man sich nicht abschütteln. So war es Michael-Hakim Jordan, der mit seinem einzigen Dreier zwei Minuten vor der Schlusssirene wieder zum 67:67 egalisierte und die Hoffnungen auf einen Auswärts-Coup wachhielt. Die zerstörten indes nun Rochestie und Chris Oliver, während Jordan 18 Sekunden vor Ende beim 72:69 von der Dreierlinie die Chance zu Ausgleich und Verlängerung vergab.
Nicht nur über die verpasste Siegchance ärgerten sich die Phoenix-Verantwortlichen, auch das Verhalten Pryors danach stieß ihnen sauer auf. Nach schwacher Leistung verweigerte er die Teilnahme an Auslaufen und Dehnen. Und da bereits seine Trainings-Einstellung in der Woche nicht 100-prozentig gewesen sei, wurde der US-Flügel für das Oldenburg-Spiel suspendiert. „In dieser wichtigen Phase der Saison geht es nur als Mannschaft”, erklärte Geschäftsführer Oliver Herkelmann die Disziplinar-Maßnahme.
Statistik
Göttingen - Hagen
76:79 (36:32)
BG Göttingen: Kulawick (6), McNaughton (3), Rochestie (20, 5 Ballverluste, 5 Assists), Little (5), Meeks, Boone (17, 7 Rebounds, 3 Blocks), Oliver (18, 8 Rebounds), A. Jordan (5), Adamczak (2).
Phoenix Hagen: Pryor, Griffin (20, 4/6 Dreier), Malte Schwarz (3), Jonusas (2, 6 Rebounds), Kristof Schwarz, Fleetwood (6, 3 Blocks), Kruel (8, 4 Ballverluste), Alijevas (6, 2/3 Dreier, 3 Ballverluste, 4 Assists), M. Jordan (6, 6 Rebounds, 4 Assists), Kale (11, 6 Rebounds, 4 Ballverluste), Turek (7).
Spielviertel: 15:14, 21:18, 19:22, 21:15.
Teamstatistik: 34:44% Wurfquote, 6/18:8/19 Dreier, 20/31:15/22 Freiwürfe, 43:45 Rebounds, 11:20 Ballverluste, 8:16 Assists, 6:2 Steals, 3:6 Blocks. - 2910 Zuschauer.

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