Eselsohren gegen Bookmarks

Wie hätten Sie’s denn gerne? Lieber auf Papier oder doch eher elektronisch? Foto: Knut Vahlensieck
Wie hätten Sie’s denn gerne? Lieber auf Papier oder doch eher elektronisch? Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Das Rascheln der Seiten, der Duft des Papiers, die Spannung, die auf jeder Seite den Leser weiter in ihren Bahn zieht. Bücher gibt es seit Tausenden von Jahren. Und nun gibt es wieder etwas Neues: das E-Book. Was ist denn besser?

Es ist die Konkurrenz, die das Buch von ihrem angestammten Platz vertreiben könnte. Das elektrische Buch besticht durch seine Modernität, die dafür speziellen Reader durch einen Touchscreen. Trotzdem gibt es weiterhin Vorteile, die nur das auf Papier gedruckte Buch bieten kann.

Zwar lassen sich auf das kleine und sehr leichte Gerät bis zu 7500 Bücher laden; und mit einigen kann man auch Bilder anschauen oder beim Lesen gleichzeitig Musik hören. Dennoch werden wohl nur wenige begeisterte Leser auf das elektronische Buch zurückgreifen, besonders weil die Bücher fast genauso teuer sind wie die normalen mit Papier und einem festen Einband.

Schüler bevorzugen das gedruckte Wort

Das herkömmliche Buch, das man in der Tasche mitnimmt, am Strand oder in der Bahn liest, ist ein Verkaufsschlager. Gerade jetzt in der Zeit vor Weihnachten, wo viele neue Bücher erscheinen. Mit dem E-Book-Reader wird allerdings besonders die Jugend angesprochen: So sagten 64 Prozent der befragten Neuntklässler an der Wilhelm-Busch-Realschule, dass sie lieber Bücher lesen, die sie 24 Stunden im Internet anstatt nur im Buchladen kaufen können. Auch der Reiz, etwas Neues einfach mal auszuprobieren, ist bei den 14- bis 16-Jährigen ziemlich groß.

Vielen ist jedoch der Preis für ein Abspielgerät für Bücher deutlich zu hoch. Außerdem stellt sich die Frage, was man mit den gekauften gedruckten Büchern macht: Sie lassen sich nicht so einfach digitalisieren und müssen also noch einmal gekauft werden, wenn man sie als E-Book lesen möchte. Darüber hinaus bietet der digitale Bücherladen noch nicht die gleiche Auswahl wie das Fachgeschäft in der Stadt.

Schon jetzt können sich Leser entscheiden, ob sie lieber den E-Reader zu Hause im Bücherregal stehen haben oder doch eher jede Menge reale Bücher. Sollten sie den E-Reader wählen, müssen sie auch die Sicherheit im Auge behalten. „Wer würde schon ein Buch stehlen? Auf ein E-Book muss man viel mehr aufpassen, auch dass man es nicht irgendwo liegen lässt“, sagte eine der befragten Schülerinnen nachdenklich.

Lesen ist beliebt

Auch dass die Jugend heute nicht mehr liest und nur noch am Computer sitzt, widerlegt die Umfrage: 80 Prozent der Befragten lesen sehr gerne oder zumindest gelegentlich und nicht nur für die Schule. Also kann man durchaus sagen, dass auch in den nächsten Jahren Lesen nicht zum Auslaufmodell wird. Die, die sich für das herkömmliche Buch ausgesprochen hatten, waren vor allem der Meinung, dass sonst die Atmosphäre fehlt. Das beliebte im Bett lesen, vielleicht auch unter der Bettdecke, wie an kalten Wintertagen, ist besonders beliebt.

Die von vielen gelesen Reihen wie die Twilight- oder Gänsehaut-Bänder haben die Besonderheit, dass sie nebeneinander gestellt ein Bild ergeben, was beim Herunterladen nicht der Fall sein wird. „Die Cover oder kleineren Bilder im Buch sind ja gerade das Besondere“, sagte eine Schülerin, „ich kann mir nicht vorstellen dass das so gut auf dem Display aussieht, wie wenn man es in der Hand hält.“

E-Book-Absatz noch nicht schwindelerregend

Einen Reiz hat die Elektronik dennoch: Man kann unterwegs mit mit dem Reader ins Internet oder statt Eselsohren einzubauen einfach per Klick gewünschte Passagen unterstreichen, die hinterher leicht abrufbar sind, ohne das ganze Buch danach absuchen zu müssen. Das könnte vielleicht ein Argument für Studenten sein. ,,Sehr viele E-Books wurden trotzdem noch nicht gekauft“, erklärt Manfred Engels, Filialleiter des Bochumer Buchlandens Buch Habel. ,,Ich lese Bücher oder höre Hörbücher auch lieber auf dem gewohnten Weg. Mir würden das Blättern der Seiten sowie die Lesezeichen fehlen.“

Zwar gibt es die E-Books mittlerweile auch in jedem größerem Buchladen, allerdings werden sie die Bücher in naher Zukunft sicher nicht vertreiben. Eine Welt der Geschichten, der Fantasie, der Spannung oder eine Welt, in der man sich einfach wohlfühlt und darin versinken kann, ist nicht mehr wegzudenken und für viele Leser undenkbar.

Kimberly Celine Althoff, Klasse 9d, Wilhelm-Busch-Realschule Dortmund