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Es stand auf der Tagesordnung beim SV Neukirchen

21.12.2009 | 11:44 Uhr
Es stand auf der Tagesordnung beim SV Neukirchen

Neukirchen-Vluyn. Bei Punkt sechs trat Dietmar Burgstaller zurück. Mit Punkt sieben wurde Trainer Achim Veit rausgeschmissen.

Die fristlose Kündigung für Achim Veit, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Neukirchen, soll bestehen bleiben. „Ich halte mich doch nur an einen Beschluss des restlichen Gesamtvorstandes”, versucht es der kommissarische SVN-Vorsitzende Wilfried Zech mit einer Erklärung. Er hat übergangsweise den Chef-Posten übernommen, nachdem sein Vorgänger Dietmar Burgstaller nach heftiger Kritik und öffentlichem Druck aufgrund seiner Vorgehensweise das Amt niedergelegt hat (wir berichteten). Burgstaller folgte der gesamte geschäftsführende SVN-Vorstand.

Dass auf dieser denkwürdigen Sitzung im Vereinsheim am Klingeruf die restlichen Vorstandsmitglieder über die fristlose Kündigung für Achim Veit abgestimmt haben, gehört allerdings noch zum Erbe Burgstallers, der vor der Abstimmung seinen Hut genommen und die Sitzung verlassen hatte.

Wilfried Zech

„Wir hatten einen Tagesordnungspunkt, bei dem die Vorgänge der Fußballabteilung behandelt werden sollten”, versichert Zech. „Als wir dann ankamen, lag dort eine neue Tagesordnung – mit acht Punkten”, berichtet Zech weiter. Bei Punkt sechs sei Burgstaller zurückgetreten, bei Punkt sieben sei über die fristlose Veit-Entlassung abgestimmt worden – ganz nach Tagesordnung. „Ich wusste vorher definitiv nichts davon”, bekräftigt Wilfried Zech.

Vertrag oder Vereinbarung?

Mittlerweile ist sogar die erste Begründung für die fristlose Kündigung gegen Veit – er habe sich vereinsschädigend verhalten – vom Tisch. „Es gibt keine Begründung”, so Zech, weil Achim Veit keinen Vetrag, sondern nur eine „Vereinbarung über Zahlung einer Vergütung als Übungsleiter” habe. Somit wird nicht der – nicht bestehende – Vertrag, sondern die Vereinbarung gekündigt.

Veit hingegen weiß, dass er keinen Vertrag benötigt. Es gibt beim SVN immerhin einen Konferenzbeschluss, wonach Übungsleiter bis zu 1800 Euro im Jahr verdienen können, ohne dass der Gesamtvorstand unterzeichnen muss. Veit, sein Co-Trainer Robert Zester und die Physiotherapeutin Barbara Lorbach haben monatlich 180 Euro erhalten – zehn Monate pro Jahr.

„Ich habe einen Vertrag hier von Oktober 2007, dass Achim Veit 2100 Euro erhält”, so Zech. Einen Vertrag? Der sei nun von der Fußballabteilung vorgelegt worden. „Und sowas muss eigentlich jährlich verlängert werden”, so Zech.

Sollte der Kontrakt sonst seine Gültigkeit verlieren, hätte Veit ja für 180 Euro im Monat weiter als Trainer arbeiten können. Soviel erhält er nachweislich vom SVN – zehn Monate im Jahr.

Versäumnisse bei Absprachen

Der kommissarische Vorsitzende versichert außerdem, „dass der Gesamtvorstand sehr wohl einem Trainer kündigen kann”. Das ließe die Satzung zu. Nun korrespondieren die Anwälte von Veit und vom SVN miteinander.

„Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren in den Vorstandssitzungen zu 80 Prozent über Fußball geredet. Das belegen auch die Protokolle”, blickt Wilfried Zech zurück.

Achim Veit. Foto: adp.ohms

Es sei viel mehr für die Fußballabteilung als für andere Abteilungen gemacht worden. Doch von den Kickern habe es oft Versäumnisse bei Absprachen und der Einhaltung von Regeln gegeben. Vorwürfe, die sich die Fußballer sicher gefallen lassen müssen. „Die einzige Abteilung, die profitiert, ist die Fußballabteilung”.

So warte etwa der Gesamtvorstand immer noch auf einen Vertrag und eine Satzung, die die Zusammenhänge mit dem SV Neukirchen und dem neuen Förderverein regeln. Der gilt immerhin als Auslöser der gesamten Querelen.

Klartext

Uwe Zak

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Kommentare
22.12.2009
15:43
Es stand auf der Tagesordnung beim SV Neukirchen
von HansMeier | #1

Oh je. Es scheint, als sei der SV Neukirchen bei der Wahl des Gesamtvorsitzenden vom Regen in die Traufe gekommen!
Herr Zech ist doch wohl hoffnungslos überfordert mit seiner neuen Aufgabe. Erst spricht er eine fristlose Kündigung aus. Diese bleibt auch bis heute bestehen, nur die Begründung hat er mittlerweile revidiert.
Erst soll es vereinsschädigendes Verhalten gewesen sein, doch mittlerweile seien lediglich Vertragsformalien inkorrekt.
Ich, als Leser, frage mich nun: Warum wird dem Trainer der 1. Fußballmannschaft nun gekündigt? Weil sein Vertrag nicht korrekt ist?! Das riecht in der Tat stark danach, als sei Herr Zech gar nicht der Initiator. Vielmehr hat er sich wahrscheinlich von einer ganz bestimmten Person „vor den Karren spannen lassen.“
Dafür nimmt er wohl auch in Kauf sich dem öffentlichen Gelächter preis zu geben. Seine gesamte Argumentation ist jedenfalls sehr sehr seltsam und für den Leser kaum nachzuvollziehen.
Und das alles nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen. Was ist das für eine Form von Krisenmanagement? Denn eins ist klar. Der SVN steckt mittendrin in einer solchen Krise!!!
Sollte man nun nicht die Möglichkeit nutzen und einen Neuanfang starten. Doch dafür müssen Gespräche mit den betroffenen Personen geführt werden. Das, und die Suche nach einem neuen Gesamtvorstand, sollten doch jetzt die eigentlichen Aufgaben von Herrn Zech sein. Doch wie man aus der Zeitung erfährt, hat es noch kein Gespräch zwischen Herrn Zech (bzw. mit den anderen Abteilungsleitern) und dem Fußballvorstand gegeben! Und darüber hinaus frage ich mich: Gab es eigentlich ein Gespräch mit Herrn Veit, also der zu kündigenden Person? Zur Erinnerung: Das wäre der normale Weg, bevor man eine Kündigung ausspricht. Aber was ist beim SVN noch normal?
Ich hoffe, dass die derzeit handelnden Personen zur Einsicht kommen und sich an einen Tisch setzen. Dort kann man am besten über alles reden. Auch über die Fehler, die in der Vergangenheit sicher von beiden Seiten begangen wurden, aber vor allem über die Zukunft des Vereins. Herr Zech sollte sich einmal Gedanken machen, wie eine Zukunft ohne Seniorenfußball im SV Neukirchen aussehen soll!?
Vor allem aber sollte er die Dinge nun zuerst intern besprechen. Denn durch sein Korrespondieren über die Medien (Zeitungsinterview a.a.O. vom 18.12.09) bringt er, höchstselbst, Schaden über den Verein.

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