Ernsthaftes Aufarbeiten
13.06.2008 | 19:46 Uhr 2008-06-13T19:46:06+0200Kreuztal. (wp) Mit Genugtuung nimmt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland zur Kenntnis, dass in Kreuztal wieder über die Umbenennung des Friedrich-Flick-Gymnasiums diskutiert wird.
Schon vor 20 Jahren bemühten sich - unter Mitwirkung der Gesellschaft - Bürger der Stadt Kreuztal um dieses Vorhaben.
Leider ohne Erfolg, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft, weil der Rat der Stadt finanzielle Einbußen für das Gymnasium und die Kreuztaler Vereine befürchtete. Kann eine Schule, der Ort der Erziehung junger Menschen, nach einem verurteilten Kriegsverbrecher benannt sein? Das ist damals wie heute die zentrale Frage.
Die neuerliche Diskussion findet nach Ansicht der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit unter veränderten Voraussetzungen statt.
1. Die damals geäußerte Befürchtung, dass im Falle einer Umbenennung des Gymnasiums kein Geld aus der Kaletsch-Stiftung mehr gezahlt würde, scheint nach dem Stiftungsrecht unbegründet zu sein, wie man der Presse und dem Beitrag im Politmagazin "Kontraste" entnehmen kann.
2. Die Bereitschaft, sich mit den Folgen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft vorurteilsfrei zu beschäftigen, ist in der Bevölkerung gestiegen.
Dies belegen u.a. die steigenden Teilnehmerzahlen an der jährlichen Kundgebung anlässlich des Holocaust-Gedenktages (27. Januar) am Fred-Meyer-Platz in Littfeld. Für Kreuztaler Schulen und Vereine, die Parteien des Stadtrates und den Bürgermeister der Stadt ist es selbstverständlich geworden, diese Gedenkfeier auszurichten.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland ist sich sicher, dass in Littfeld keine politischen Lippenbekenntnisse, keine Betroffenheitsrhetorik für die Presse abgeliefert werden, sondern ernsthaftes Aufarbeiten der Geschichte stattfindet.
Dazu gehört auch die Diskussion über den Namen des Kreuztaler Gymnasiums.

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