Einrad-WM in Neuseeland
Einrad Globetrotter
16.12.2009 | 20:00 Uhr 2009-12-16T20:00:00+0100
Fernweh ist heilbar. Auch mit Sport. Den Beweis für diese steile These liefern gerade Maren Sender, Janna Wohlfarth und ihr Bruder Till: Das Trio ist nach Neuseeland aufgebrochen, um dort an der „15th International Unicycle World Championships and Convention” teilzunehmen. Mit diesem anglistischen Z
„Der ganze Verein ist stolz auf die drei Weltenbummler. Wir haben sie, so gut wir es konnten, unterstützt. Es haben auch Sponsoren geholfen, um diesen Traum zu verwirklichen, aber den Löwenanteil haben die drei selbst auf die Beine gestellt”, weiß Henry Luerweg, der Vorsitzender des Dorstener Clubs ist. In der Tat waren einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bevor die lange Reise beginnen konnte. Till Wohlfarth arbeitet beispielsweise in Dresden und kann nur am Wochenende trainieren. „Das Injoy hat nicht eine Minute gezögert und kostenfrei den Spinningraum zur Verfügung gestellt. Das hat natürlich richtig gut bei der Konditionsarbeit geholfen. Die Volksbank hat Geld in die Hand genommen und auch die Sparkasse Vest hat die Spendierhose angezogen. Wir sind auch im Namen der Athleten dankbar”, meint der Vorsitzende des Clubs, der seit Jahren erfolgreich ohne das sonst übliche zweite Rad unterwegs ist.
Was macht den Reiz dieser Reise aus? Da ist sicher einmal die Weltmeisterschaft, die in Insiderkreisen als so etwas ähnliches wie das Wimbledon der Einradszene gehandelt wird. Die drei Dorstener starten in allen relevanten Wettbewerben. „Wir haben uns ganz bewusst nicht spezialisiert. Unsere Fahrer sind im Sprint, in der Kür und in der Mannschaftskür unterwegs. Nur im Basketball gehen wir nicht an den Start”, erklärt Luerweg die sportliche Herausforderung. „Man kann sicher das Bild des Eisbergs benutzen: Der Sport ist das was man sieht. Beim Eisberg sind ja auch 75 Prozent unter Wasserlinie und das ist bei so einem Trip nicht anders. Der Flug, das andere Land und tausende von gleichgesinnten Sportlern aus allen Ländern der Erde: Das vergessen die nie mehr in ihrem ganzen Leben”, meint Henry Luerweg und erinnert sich selbst an seinen ersten Trip als Tramper zu den britischen Inseln. In der Tat wird wohl neben der sportlichen Herausforderung das Abenteuer Neuseeland an sich den Reiz dieser Reise ausmachen.
„Maren Sender fliegt am Heiligen Abend. Da werden sicher in Dorsten und irgendwo über dem großen Teich Herzen schwer, denn es ist ja nicht alltäglich, dass man als 17-jährige das Weihnachtsfest in 10 000 Meter Höhe verbringt”, meint der Vorsitzende des Dorstener Vereins. Bedauerlich ist sicher die Tatsache, dass neben den drei WM-Teilnehmern noch drei Vereinsmitglieder die sportliche Qualifikation für diese Weltmeisterschaften geschafft hatten. „Die haben beim besten Willen das Geld nicht zusammen bekommen. Das ist dann für den Vorstand eines kleinen, aber erfolgreichen Vereins schon ganz schön frustrierend, aber die Sportler haben bei aller Euphorie den Sinn für die Realitäten des Lebens nicht verloren”, meint Henry Luerweg mit ehrlichem Mitgefühl.
Das soll allerdings nicht die Freude über den ungewöhnlichen Trip von Maren Sender und den Geschwistern Wohlfarth trüben. „Sie haben sehr viel für diese Reise getan. Sie sollen dort eine ganz tolle Zeit erleben und ganz viel Spaß haben. Wenn sportlich noch etwas dabei heraus kommt ist das um so besser”, drückt der ganze Verein die Daumen. Nicht ohne Eigennutz: Wenn die WM vorbei ist und das Trio wieder in Dorsten ist, dann wird der ganze Verein feiern.

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