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Eine Nemeth-Breitseite für die Piraten

18.10.2009 | 22:30 Uhr
Eine Nemeth-Breitseite für die Piraten

Volleyball. Der Ungar war gegen VC Bad Dürrenberg/Spergau der Matchwinner beim ersten Saisonsieg des Moerser SC.

Tim Broshog gab sich wahrlich Mühe, doch ein kleines Lachen konnte er sich nicht verkneifen. Aus der Not heraus hatte er den Ball über das Netz gedrückt, weder gezielt noch druckvoll, doch der segelte genau in der Lücke inmitten der Gästeabwehr zu Boden. Bezeichnend für ein Spiel, in dem nur die Volleyballer des Moerser SC die Übersicht behielten. Mit 3:0 (25:16, 25:17, 25:22) besiegten sie die „Piraten” aus Bad Dürrenberg/Spergau am Samstagabend und feierten damit den ersten Saisonsieg.

Szabolcs Nemeth vom Moerser SC, gegen VC Bad Dürenberg/Spergau, bei einem seiner erfolgreichen Aufschläge. Fotos: Olaf Fuhrmann

Den größten Anteil daran hatte Szabolcs Nemeth, der die Gäste mit seinen Aufschlägen konstant unter Druck setzte und den „Piraten” eine Breitseite verpasste. „Das ist ja schon so etwas wie meine Spezialität”, sagte er nach dem Spiel. „Und heute hat das eben gut funktioniert.” Gleich zehn Mal brachte der Ungar den Ball so hart über das Netz, dass die Dürrenberger ihn nicht unter Kontrolle brachten.

„Er ist immer bereit, wenn's bei den anderen nicht läuft”

„Szabolcs hat heute gezeigt, dass er auf dem Feld Führung übernehmen kann”, lobte Zuspieler Tobias Neumann den Außenangreifer. „Wir sind sehr dankbar, dass wir ihn haben. Es ist für mich als Zuspieler beruhigend, weil er immer bereit ist, wenn's bei den anderen gerade nicht läuft.” Das kam am Samstag selten vor.

Die Mannschaft zeigte sich insgesamt stärker als in den ersten beiden Partien und profitierte davon, dass den Gästen zu Beginn viele Fehler unterliefen. „Deren Aufschläge waren nicht so stark”, erklärte Libero Carlos Viana und lobte das Blockverhalten seiner Mitspieler. Tim Broshog und Henning Wegter beendeten einige Angriffe der „Piraten” bereits kurz hinter der Netzkante. „Das macht die Annahme einfacher und gibt uns Selbstvertrauen”, so Viana.

Das half besonders Carlos Capote und Marvin Prolingheuer, ihre Aufregung abzulegen. „Wir sind immer sicherer geworden”, berichtete ein gut aufgelegter Capote, der die ersten beiden Satzbälle der Moerser verwandelte. „Dadurch haben wir auch im dritten Satz die Nerven behalten.” In jenem Durchgang gab es die einzige Situation, in der Moers die Kontrolle zu verlieren schien. Dürrenberg/Spergau konnte erstmals ausgleichen. Beim 16:16 waren alle Adler vorne am Netz im Block aufgetaucht und hatten ihr Feld kampflos aufgegeben. Bei den Gästen kam nun Diagonalspieler Bojan Gluvajic nach seiner Verletzungspause doch noch zum Einsatz und brachte sein Team sogar 21:20 in Führung.

Diesen Vorteil machte „Piraten”-Zuspieler Esteban Simaro jedoch gleich wieder zunichte. Er sah die gelbe Karte für den Versuch, Szabolcs Nemeth zu provozieren. Eine wahrlich schlechte Idee und ein Bärendienst für sein Team, denn Nemeth revanchierte sich sofort mit einem weiteren Ass zum Matchball. Den verwandelte Henning Wegter, der wie zuvor Broshog die Lücke inmitten der Abwehr fand – allerdings druckvoller.

Martin Sowa

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