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Ein kraftvoller Ort in der Mitte des Rothaarwaldes

24.04.2009 | 19:53 Uhr
Ein kraftvoller Ort in der Mitte des Rothaarwaldes

Wer im Mittelpunkt stehen wollen, müsse einen Kreis bilden, zitierte Landrat Breuer den Immunbiologen Uhlenbrock. Im Kreis Siegen Wittgenstein sei es umgekehrt gewesen: ein Kreis war da, aber kein Mittelpunkt. Seit gestern hat er einen.

Chorgesang mit Gottfried Herrman

Am Rothaarsteig unter der Ederquelle  erhielt dieser geografische Mittelpunkt Siegen-Wittgensteins am Nachmittag ein markantes Symbol für die Mitte. Ein Fast zehn Tonnen schwerer Quarzit-Grauwackestein aus dem Raumländer Steinbruch fand hier einen neuen Platz. Rund hundert Gäste kamen in das sonnige Edertal, um der Feier beizuwohnen. Der Mittelpunk des Kreises sei eben nicht Siegen, sondern liege mitten in der Natur, stellte Rüdiger Schlund von Radio Siegen fest: „Wir sind ein Naturkreis“. Das Lokalradio hatte den Kreismittelpunkt letztes Jahr in einer Höreraktion ermittelt. Landrat Breuer und Forstdirektor Altrogge waren von Anfang an beteiligt und förderten das Projekt.

Der Pfahl mit einem kleinen Schild wurde nun durch den mächtigen Klotz aus dem Steinbruch von Hermann Böhl in Raumland ersetzt. Der steht unmittelbar am Rothaarsteig und ist kaum 400 Meter vom Wanderparkplatz Krämers Wiese an der Eisenstraße entfernt. Der 2008 ermittelte genaue Punkt liegt nur wenige Meter entfernt im dichten Wald.

Die Kupferplatte auf dem Findling

Aufstellen und Transport des Felsbrockens hatten die Raumländer Rumilingener organisiert, deren Vorsitzender Wolfgang Grund den Dank an seine Aktiven weitergab. „390 Millionen Jahre stehen hier hinter uns“, sagte Grund und rief in Erinnerung, dass Raumländer Schiefer und Steine schon immer ins Siegerland geliefert worden seien.

Der Stein stellt erkennbar eine Verbindung zwischen Wittgenstein und Siegerland dar. Das wurde bei den Grußworten deutlich, die unter anderem Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann und sein Netpher Kollege Rüdiger Bartsch beisteuerten. Der Netpher zeigte seinen Stolz, dass der Kreismittelpunkt auf Netpher Gebiet liege. „Netphen ist eine Art Bindeglied zwischen dem Aktkreis Siegen und Wittgenstein“, so Bartsch. Bernd Fuhrmann dankte augenzwinkernd seinen „steinreichen Raumländern“ für ihren Beitrag zur „Völkerverständigung“.

Der Leiter des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein, Diethard Altrogge, sprach von einem hostorischen Ort, an dem der schwere Findling stehe. Schon vor zweieinhalb Jahrtausenden hätten wenig oberhalb die Kelten gelebt. An Orten wie diesen hätten sich in den Jahrhunderten Menschen getroffen: „Ein besonderer Ort, ein kraftvoller Ort“:

Als Förster freue er sich darüber, dass die Menschen in den Wald kommen. „Das ist Staatwald, der gehört Ihnen“, sagte Altrogge. Wer den Wald so wie hier am Rothaarsteig erlebe, der werde sich auch für diesen Wald einsetzen.

Musikalisch begleiteten gestern Nachmittag die Mitglieder des Gemischten Chores Einigkeit Helgersdorf die Feier. Die hatten ganz spontan einen Tag zuvor ihre Teilnahme zugesagt, als ein Jagdbläserensemble ausfiel. „Wir haben am Freitag ohnehin Probe“, habe Chorleiter Gottfried Herrmann geantwortet, „da kommen meine Sänger sicher gerne mit“. Und das taten sie auch und besangen den schönen Wald, der sich an diesem Frühlingsnachmittag von seiner grünsten und sonnigsten Seite präsentierte.

Chorgesang mit Gottfried Herrmann

Spontane Einlage: Gottfried Herrmann brachte seine Helgersdorfer Einigkeit-Sänger mit an den Mittelpunkt des Kreises, um die Feier musikalisch mit zu gestalten.

Dirk Herrmann

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