Ein Kenner der internationalen Justiz

Eine verbotene fahrt brahcte einen nahcrodter auf die anklagebank.
Eine verbotene fahrt brahcte einen nahcrodter auf die anklagebank.
Foto: WAZ

Nachrodt-Wiblingwerde..  Sein niederländischer Führerschein besaß in Deutschland keine Gültigkeit mehr. Dennoch setzte sich ein 47-jähriger Mann aus Nachrodt-Wiblingwerde hinter das Steuer eines Lastwagens – und wurde prompt erwischt. Jetzt, über drei Jahre später, brachte ihn die verbotene Fahrt auf die Anklagebank.

Bereits im April 2008 verhängte das Hagener Landgericht eine achtmonatige Sperrfrist zur Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Ende 2008 wurde dieses Urteil rechtskräftig. Damit durfte sich der Nachrodt-Wiblingwerder, der einen niederländischen Führerschein besaß, zumindest in Deutschland nicht mehr hinter ein Steuer setzen, bevor ihm das Straßenverkehrsamt nicht eine neue Fahrerlaubnis erteilte.

In Werdohl erwischt

Dennoch wurde der bereits umfangreich und einschlägig vorbestrafte Mann Ende August 2009 bei einer Fahrt mit dem Lkw in Werdohl erwischt. Nun hatte er eine weitere Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis am Hals. Da er sich jedoch in einem anders gelagerten Prozess vor einem schwedischen Gericht verantworten musste, stellte die Staatsanwaltschaft dieses Verfahren vorläufig ein. Dann wurde der 47-Jährige in Schweden freigesprochen. Als die deutschen Behörden etliche Monate später darüber informiert wurden, wurde das Verfahren wieder aufgenommen und der Nachrodt-Wiblingwerder, der nach wie vor zumindest auf deutschen Straßen nicht fahren darf, erhielt einen Strafbefehl: sechs Monate Haft auf Bewährung. Er legte sofort Einspruch ein.

Hitzige Debatte

Jetzt wurde der „betagte“ Fall vor dem hiesigen Amtsgericht verhandelt. Sein Rechtsanwalt sah in dem schwedischen Freispruch keinen Grund, seinen Mandanten doch noch zu bestrafen und wenn, so seine Überzeugung, hätte dies in den ersten drei Monaten nach der Entscheidung in Skandinavien erfolgen müssen. Anklage und Gericht sahen das ganz anders. Nach einer hitzigen Debatte zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gab sich der Nachrodt-Wiblingwerder letztlich geschlagen. Obwohl er bis zu Schluss versicherte, er habe nichts von der Ungültigkeit seines Führerscheins gewusst, nahm er den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück – wenn auch deutlich zähneknirschend.