Ein Hossa auf "Die neue Hitparade"
06.10.2009 | 07:07 Uhr 2009-10-06T07:07:00+0200
Essen. RTL2 belebt wieder den Schlager: „Die neue Hitparade” heißt die Show, die am 8.10. in Essen aufgezeichnet wird. Mit dabei sind Karel Gott, Christian Anders, DJ Ötzi und Mallorca-König Jürgen Drews. Wir sprachen mit dem Moderator Jochen Bendel.
Herr Bendel, warum sind Sie die erste Wahl als Moderator für „Die neue Hitparade”?
Bendel: Weil ich diesen Musik-Background habe. Meine erste Show im Fernsehen war „P.O.P.” – übrigens die einzige Sendung, mit der ich einen internationalen Fernsehpreis gewinnen konnte.
Aber sind Sie privat auch ein echter Schlager-Fan?
TV-Aufzeichnung am 8.10. in Essen (Delta Musik Park), Ausstrahlung am 25.10. auf RTL2 (20.15 Uhr).
Karten (ca. 25 €) gibt's im TICKET-SHOP unter 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets
Bendel: Ich bin Musikfan und höre auch gerne deutschsprachige Songs – zum Beispiel von der Band Ich + Ich. Auf einer Schlagerparty kann ich aber auch richtig Spaß haben. Und um Ihre nächste Frage gleich vorwegzunehmen: Es gibt keine gute oder schlechte Musik, sondern nur Musik, die einen berührt oder die einen eben nicht anspricht.
Was ist Ihre früheste Erinnerung an die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck?
Bendel: Dass die Sendung aus dem Studio 1 der Berliner Union-Film kam, ich einen Frottee-Bademantel anhatte und mit nassen Haaren, zuhause vor dem Fernseher auf dem Sofa, auf eine Tasse heißen Kakao wartete.
Was unterscheidet „Die neue Hitparade” von ihrem großen TV-Vorbild?
Bendel: Bei uns wird es keinen Wettbewerb der Interpreten und auch keine Gesangsdarbietungen vor sitzendem Publikum geben. Ich werde mich unter die Fans mischen und wir feiern zusammen eine große Party. Die „Hitparade” war immer schon ein Ereignis, auf das man sich gefreut hat – und das wollen wir bewahren.
Sie sind durch Ihre Radio-Streiche als „Dr. Ben” auch als Spötter bekannt. Müssen Sie sich bei einer Live-Moderation wie jetzt bei der „Hitparade” sehr bremsen?
Bendel: Ich werde vor der Sendung sediert (lacht). Nein, ich muss mich da weder verbiegen noch verstellen. Ich werde mir die eine oder andere Bemerkung auch nicht verkneifen.
Gibt es einen Künstler, auf den Sie sich besonders freuen?
Bendel: Ja, auf den Mann, der mich mit der „Biene Maja” hat groß werden lassen – Karel Gott. Und auf DJ Ötzi.
Wenn „Die neue Hitparade” fortgesetzt werden sollte – würden Sie bereitstehen?
Bendel: Ich bin jetzt erst einmal damit beschäftigt, diese Sendung in Essen ordentlich hinzubekommen. Und dann will ich schauen, wie sie dem Zuschauer gefällt. Denn über eine Fortsetzung entscheidet das Publikum sehr demokratisch.

23:37
also wir fandens super ,der deutsche Schlager lebt! Super wäre auch , wenn Michael Wendler mal auftreten würde! Der Mann ist Hammer!
13:20
pps. habe gelesen es waren wohl so 1,6 mio zuschauer...frechheit der berichterstattung (nur 5%zielgruppe). wo fängt die den an? sassen nur 5 jährige vor dem tv oder was soll das geissen? karell gott hat ja wohl ne andere als dj ötzi so als bsp. tz... typisch deutsch immer das negativesehen.
13:18
ganz kurz: der anfang ist gemacht und war sehr gut!
Allerdings sollte das ziel nochmal besser definiert werden...
und p.s. es gibt ausser koch, bmg und emi noch andere labels ;)
10:54
Startschuss oder Plattschuss?
Die neue Hitparade wurde, was zumindest die Kulisse anging, ihrem Namen voll gerecht. Es funkelte und klitterte – insgesamt eine passende und schillernde TV-Location. Wer aber dann denkt, dass das an Neuem reicht, der dürfte sich geirrt und verrechnet haben.
Meine durch RTLII geweckte Erwartungshaltung, wurde innerlich gestützt, durch meine Überzeugung, dass solche Musikformate, die das große schwarze Loch zwischen „The Dom“ und den „Musikantenstadl“ überbrücken, längst überfällig waren beziehungsweise sind.
Wenn also RTLII angetreten ist diesen programmatischen Fehlstand zu bereinigen, verwundert es mich, dass sich neben der spürbaren Unsicherheit der beiden Moderatoren, sich auch RTLII seine „Sicherheit“ bzw. „Sendebestätigung“ bei beliebigen Prominenten unterstreichen lassen musste. Wäre hier nicht mehr Selbstvertrauen wichtiger gewesen, nach dem Motto: „Wir haben die Hand am Puls und erkennen unsere Chance eines Neustarts, in einem Sendeformat, dass bereits schon einmal großartig funktioniert hat.“ Viele Sender gehen mit diesem Verständnis an den Start und nerven mit billigen und niveaulosen Inhalten. Außerdem hätte man bei einem Wegfall dieser „lebensbejahenden Statements“ mehr Zeit gehabt, einen weiteren Künstler/-in vorzustellen. Denn bei der Künstlerauswahl verstaubt das Wort „NEU“ zusehntlich. Ich kenne so viele tolle Sänger/-innen, die in diese neue „Kulisse“ gepasst hätten und mit Sicherheit einen mehrfachen Sendewert produziert hätten. Es sind eben nicht Drews, Gott, Anders, Henning oder Ötzi nach denen man sich sehnt, da sie ja nicht vermisst werden können, weil diese gestandenen Künstler so oft herhalten müssen und leider auch in dieser Sendung. Ich hatte schon befürchtet, dass nur noch Bata fehlte. Ebenso ist die deutsche Musikwelt nicht mehr von Ralf Siegel abhängig. Denn der Zug ist tatsächlich schon nach „Nirgendwo“ abgefahren. Die Vielfalt an Interpreten ist wohl deswegen entstanden, weil sich die Musikstrukturen generell und zum Glück dezentralisiert haben. Und das bringt eben die Farbe in die neue deutsche Musikwelt. Aber wer glaubt, dass man diese neuen Farben nur nehmen sollte um alte Gemälde aufzufrischen, der irrt gewaltig. Hier hätte man (nein hier sollte man) die neuen Textdichter, Komponisten und junge Labels vor die Kamera setzen sollen. Die hätten vielleicht die gleiche Antwort auf die gestellten Fragen gegeben, aber diese hätten sich nicht so „väterlich“ angehört und wären sicherlich ergänzt worden, von mehr Sinnlichkeit.
Genauso wenig sinnvoll erscheint mir das entstandene Bild, dass die Musik nur mit Gläsern in der Hand zu ertragen ist. Die gestellten Kussszenen sollten wohl ein Gemeinschaftsgefühl provozieren – frei nach: „Ach Schatz, weißt du noch als wir uns bei diesem Lied kennen gelernt hatten?“. Gefühle zu Plakatieren sind billig und werden den Chancen eines solchen erstrebenswerten Formats nicht gerecht. Ich fand es sogar Klasse, dass Atze-Muik Raum gefunden hatte. Das rief in mir wieder Zuversicht wach, das RTLII doch Mut bewiesen hatte.
Ich würde mir sehr wünschen, dass die Produzenten ernst machen mit dem Wort „NEU“. Die „Etablierten“ sehen wir doch alle wieder, nämlich da, wo Newcomer keine starke Lobby haben. Also sollte RTLII die echte Lobby für „Neu“ sein.
Somit hoffe ich sehr, dass diese Sendung fortgeführt und ausgebaut wird. Ich denke, wenn RTLII noch einmal nachlädt und das zentrale Ziel anvisiert, könnten sie einen echten Volltreffer landen. (Note)
20:09
Ich weiß ja nicht, wer sonst noch dabei ist. Aber die Namen mit denen im Artikel geworben wird, gehören ja alle schon zu den Methusalems des Schlagers. Gibt es denn keine wirklich erfolgreichen jungen Schlagersänger mehr ?? Mir fällt da eigentlich nur Helene Fischer ein. Allerdings ist das auch niemand, die man mit einem Riesenhit in Verbindung bringt. Aber ihre Alben verkaufen sich gut und sie kann hervorragend live singen.