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Basketball-Bundesliga

Ein Fernsehabend mit bitterem Beigeschmack

12.12.2010 | 19:54 Uhr
Ein Fernsehabend mit bitterem Beigeschmack
Nicht nur Frankfurts Joe Dabbert wurde von Phoenix-Zugang Andy Büchert gestoppt. +++ Foto: Michael KLEINRENSING

Hagen.Dem Vizemeister lieferte Phoenix Hagen einen großen Kampf, das räumte auch Gäste-Trainer Gordon Herbert ein. Am Ende indes stand der heimische Basketball-Bundesligist nicht nur wegen der knappen 85:90 (45:44)-Niederlage gegen die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt mit leeren Händen da. Sondern auch ohne Kapitän, denn Quentin Pryor droht knieverletzt eine längere Pause. Ein spannender Abend am Ischeland mit bitterem Beigeschmack, der auch das starke Debüt von Andy Büchert überschattete.

Die Leiden der Hagener gehen stets live über den Sender. Das war schon vor vier Wochen so, als sich Edward Seward beim Phoenix-Spiel gegen Oldenburg humpelnd vom Parkett verabschiedete. Auch die Tränen von Quentin Pryor fängt Fernsehsender Sport1 bei seinem zweiten Besuch am Ischeland ein. Nach 27 Spielminuten ist für den Phoenix-Kapitän die Partie vorbei, als er im Spielaufbau den Ball an Frankfurts Dominik Bahiense de Mello verliert, nachsetzt und ohne Fremdeinwirkung unglücklich das Knie verdreht. Mannschaftsarzt Dr. Helmut Queckenstedt, der den Kapitän mit Physiotherapeut David Lopez vom Parkett trägt, befürchtet eine gravierende Verletzung: „Er war wegen der Schmerzen kaum zu untersuchen.“ Innenband-Anriss und Innenmeniskus-Schaden lautet die erste Diagnose, näheren Aufschluss soll heute eine Kernspintomographie geben.

61:61 steht es bei Pryors Ausscheiden, bezeichnend für ein hartumkämpftes Spiel. Den besseren Start hat zwar Phoenix, nach dem ersten Dreier des an diesem Abend sehr starken Zygimantas Jonusas führt man mit 11:7 (4. Minute). Doch sofort kontern die ebenfalls enorm treffsicheren Frankfurter, bis zum 24:37 (15.) des flinken DaShaun Wood dominieren sie. Auch weil sie Phoenix mit den eigenen Waffen schlagen, mit Pressverteidigung etliche Hagener Ballverluste provozieren. Doch an diesem Abend geben sich die Gastgeber nicht so leicht geschlagen. Zwei Dreier von David Bell führen sie heran, auch Neuzugang Andy Büchert bringt unter den Körben direkt Energie. Beim 42:41 durch Jonusas’ Dreipunktspiel (19.) führt Phoenix wieder - und die Halle steht.

Von nun an bleibt es eng. Zwar kommt Phoenix kaum zum Tempospiel und findet im Setplay nicht immer die richtige Lösung, stattdessen versuchen es Bell und Mark Dorris zu häufig allein. Doch an Kampfgeist lassen sich die Gastgeber nicht überbieten, unter dem Korb hat man zudem gegen den schwachen Joe Dabbert und den früh foulbelasteten Marius Nolte Vorteile. Gerade dank Büchert, der sich nicht nur mit vier Blocks und vier Offensiv-Rebounds prima einfügt.

Sechs Punkte des Ex-Bremerhaveners in Folge bringen den Hagenern, die den Schock des Pryor-Ausscheidens schnell verarbeiten, zum Start ins Schlussviertel die 67:64-Führung. Zwar scheidet kurz nach Nolte auch Phoenix-Center Bernd Kruel mit dem fünften Foul aus (33.), doch dank Jonusas und Dorris liegt Phoenix auch zwei Minuten vor Schluss beim 80:79 noch vorn. Die bessern Nerven hat dann aber der Favorit. Während Wood, Quantez Robertson und der an der Dreierlinie völlig freistehende Jermaine Bucknor treffen, wollen es die Gastgeber von der Dreierlinie erzwingen. Doch schlecht vorbereitet scheitern Jonusas, zweimal Bell und Dorris, die Auszeit von Ingo Freyer kommt 13 Sekunden vor der Sirene beim 80:88 zu spät. „Am Ende hat Frankfurt die Würfe getroffen und wir nicht“, bedauert der Phoenix-Coach, der seinem Team „Komplimente für eine große Energieleistung“ macht. Büchert attestierte er ein gutes Debüt, während Geschäftsführer Oliver Herkelmann ankündigt: „Mit ihm wollen wir auf jeden Fall weitermachen.“ Ein weiterer Test-Center soll heute gleichwohl kommen. Die Priorität, so Herkelmann, liege indes auf einem möglichen Ersatz für Pryor.

Statistik:

Phoenix Hagen - Deutsche Bank Skyliners Frankfurt

85:90 (45:44)

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Kommentare
13.12.2010
13:46
Ein Fernsehabend mit bitterem Beigeschmack
von Branimir | #1

Die Ansprüche werden jetzt wohl immer kleiner

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