Eigenen Sohn entführt?
14.01.2011 | 13:19 Uhr 2011-01-14T13:19:00+0100
Düsseldorf.Weil er mit seinem achtjährigen Sohn auf dem Weg in den Irak gewesen sein soll, hätte sich jetzt ein 30-Jähriger vor dem Amtsgericht wegen Kindesentziehung verantworten sollen. Doch er kam nicht.
Beide Eltern des Jungen stammen aus dem Irak, die kleine Familie lebte in Düsseldorf. Laut Anklage hatte die Frau (32) dem Angeklagten am 16. Juni 2009 mitgeteilt, dass sie sich von ihm trennen will. Daraufhin soll er den Jungen von der Kita abgeholt und sich mit ihm auf den Weg Richtung Osten gemacht haben.
Sie hat ihm sofort das Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen lassen, nach Vater und Sohn wurde gesucht. Entdeckt wurden sie in Ungarn, von wo sie nach Damaskus weiterfliegen wollten. Zwei Wochen nach dem Verschwinden konnte die Mutter ihr Kind wieder in den Arm nehmen.
Sie fürchtet wohl noch immer die Rache des Angeklagten. Der soll sich allerdings inzwischen nach Kanada abgesetzt haben. Zu der gestern angesetzten Verhandlung kam er jedenfalls nicht.
Bei einer polizeilichen Vernehmung hat erklärt, er habe den Jungen nicht entführt. Er habe nur seine Mutter besuchen wollen. Davon habe seine Frau gewusst, nur der Termin habe noch nicht genau festgestanden.
Er verzichtete aber darauf, das dem Gericht vorzutragen. Der Richter hat nun - wie in solchen Fällen üblich - einen Strafbefehl erlassen, über 1200 Euro Geldstrafe. Wer so verurteilt ist, kann dagegen Einspruch einlegen, dann kommt es doch noch zur Verhandlung. Der Strafbefehl muss offiziell zugestellt werden. Sollte es dabei bei dem 30-Jährigen Probleme geben, wird ein Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen.

12:25
Arme Frau. Hoffentlich überlebt sie das. Ihre Angst vor Rache ist sicher nicht unbegründet wie die vielen vergleichbaren Morde der letzten Jahre zeigen.