Echter oder falscher Immendorff?
18.02.2010 | 11:02 Uhr 2010-02-18T11:02:00+0100Düsseldorf. Das Bild hat ein Echtheitszertifikat vom Maler persönlich. Aber damit ist noch nicht ausreichend bewiesen, dass das Gemälde wirklich von Jörg Immendorff stammt. Im Rechtsstreit um das Bild „Ready-made de L'Histoire dans Cafe´ de Flore” will das Landgericht einen Gutachter beauftragen.
Als das 100 x 120 Zentimeter große Werk 2008 im Katalog eines Auktionshauses auftauchte, hatte sich Immendorffs Witwe Oda Jaune gemeldet. Das Bild sei eine Fälschung, sie verlangte die Herausgabe, um es zu vernichten. Seitdem streitet sie mit dem Besitzer vor Gericht.
Von Projektion abgemalt?
Der beruft sich auf das Zertifikat, dass er im Atelier Immendorffs mit dem Bild erhalten hatte. Zeugen bestätigten diese Praxis.
Oda Jaune erhält Unterstützung vom langjährigen Galeristen des Künstlers Michael Werner (70), der bestätigte, das Bild könne nicht von Immendorff sein. Es sei offensichtlich von der Projektion eines ähnlichen, aber größeren Bildes abgemalt, das Immendorff für ein Museum in Neuseeland gemalt hat. Der Künstler habe zwar oft Motive variiert, aber sie zu kopieren, sei nicht seine Sache gewesen.
Rat von Spezialisten
Das Gericht will jetzt fachkundige Hilfe. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, seit Jahren Spezialist für Kunst-Kriminalität, soll einen Gutachter vorschlagen.

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