Durch kaltes Wasser laufen
11.09.2008 | 17:45 Uhr 2008-09-11T17:45:17+0200ZWEITE LIGA. Gegen RW Ahlen verlangt RWO-Trainer Luginger heute um 18 Uhr volle Konzentration von Beginn an.
Es gibt Fußballspiele, die bleiben einfach in der Erinnerung haften. Dazu zählt sicherlich die Partie am 20. April diesen Jahres im Stadion Niederrhein gegen RW Ahlen. Nicht wegen des auf dem Papier langweiligen Endergebnisses von 0:0, vielmehr durch den ungewöhnlichen Spielverlauf mit zwei Platzverweisen für die Oberhausener schon in der ersten Halbzeit. Mit nur neun Akteuren boten die "Kleeblätter" ihren Anhängern danach einen bedingslosen Kampf, der mit einem Punkt belohnt wurde und für viele ein entscheidender Schritt für den späteren Aufstieg war. Heute um 18 Uhr treffen beide Teams erneut hier aufeinander, mit fast identischem Personal, aber eine Liga höher.
Man kennt sich
Nach dem "gefühlten Sieg" von damals "wollen wir diesmal die echten drei Punkte hier behalten", fordert Trainer Jürgen Luginger. Dabei dürfte es für ihn ruhig etwas weniger spektakulär zugehen als im April. Trotz des Aufstiegs haben sich beide Teams nur unwesentlich verändert - man kennt sich also bestens. Dennoch wurden die Ahlener bei ihren bisherigen Auftritten in der zweiten Liga natürlich erneut unter die Lupe genommen und Luginger wurde in seiner Beurteilung über das Team von Christian Wück bestätigt. "Das ist eine gefährliche und konterstarke Mannschaft, die bislang in der Defensive gut gestanden hat", so Luginger.
Ganz im Gegensatz zum eigenen Team, wie der RWO-Coach unumwunden zugibt. Vor allem in den Anfangsphasen ließen sich die "Kleeblätter" von ihren jeweiligen Gegnern beeindrucken und gerieten in jedem Spiel früh in Rückstand. "Vielleicht lasse ich die Mannschaft vor dem Spiel durch kaltes Wasser laufen, damit sie von Anfang an hellwach ist", hat Luginger seinen Humor noch nicht verloren.
Wenn's hilft, warum nicht. Denn nur mit größerer Konzentration und Konsequenz in den Zweikämpfen als zuletzt ist der zweite Heimsieg möglich. Und nichts anderes zählt für Luginger. "Wir wollen nach Punkten mit Ahlen gleichziehen", lautet das Ziel. Das wäre dann ein guter Grundstock für die folgenden drei Spiele in Frankfurt und daheim gegen Fürth und Augsburg, in denen weitere Zähler eingeplant sind.
Im Vergleich zur Pleite in St. Pauli muss Luginger auf jeden Fall umstellen. Allein schon durch den Ausfall von Felix Luz, für den wohl Julian Lüttmann von Beginn an neben Mike Terranova auflaufen wird. Vermutlich wird aber auch Benjamin Schüßler heute seine erste Bewährungschance erhalten, nachdem auf rechts zuletzt weder Marcel Landers noch Moritz Stoppelkamp überzeugten. Ob Tim Reichert für den angeschlagenen Tim Kruse ins Mittelfeld rückt, wird sich erst im Laufe des Tages entscheiden. (bö)

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