Diskussionen um den Aufschlag
18.01.2009 | 21:13 Uhr 2009-01-18T21:13:13+0100VOLLEYBALL. Nach Startschwierigkeiten der Adler stören Uneinigkeiten mit den Schiedsrichtern den Spielfluss.
Die Coachingzone für die Trainer in der Volleyball-Bundesliga ist großzügig angelegt. Für den Rottenburger Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger könnte sie aber noch größer sein. Vom ersten Ballwechsel an läuft, springt und tobt er an der Seitenlinie auf und ab. Im Adolfinum sah das gestern nicht anders aus. Bewirkt haben seine Einlagen allerdings wenig. Mit 3:1 (23:25, 25:20, 25:13, 25:21) gewannen die Moerser ihr Heimspiel. MSC-Trainer Georg Grozer fiel lediglich durch eine Änderung in der Startformation auf. Statt des Kapitäns Roland Rademaker schickte er den 21-jährigen Tobias Neumann auf das Feld.
Ungewohnte Rolle
Zum ersten Mal stand er in der Anfangsformation der Adler - eine ungewohnte Situation für ihn. "Ich war schon etwas nervös", gab Neumann nach dem Spiel zu. Mit seiner Leistung war er aber insgesamt zufrieden. "Ich denke, es hat vieles gut geklappt", sagte er. "Natürlich lief es noch nicht problemlos und das hat sich dann auch auf die Mannschaft übertragen."
Das gesamte Moerser Team hatte zunächst nicht ins Spiel gefunden und als sie sich doch auf 10:7 abgesetzt hatten, griff das Kampfgericht ein. Joram Maan diskutierte minutenlang mit den Schiedsrichtern, die den letzten Punkt des MSC nicht anerkennen wollten. "Angeblich war ich gar nicht mit dem Aufschlagen dran", berichtete Maan. "Dabei hatten die Kampfrichter nur nicht notiert, dass Tobias schon aufgeschlagen hatte." So sei es zu der strittigen Situation gekommen, die der Schiedsrichter schließlich mit der Entscheidung auf Doppelfehler löste.
Der gerade gefundene Spielfluss der Adler war jedoch dahin: Statt 10:7 stand es kurz darauf 10:10, die Rottenburger kamen zurück ins Spiel und konnten den ersten Satz für sich entscheiden. Ihr Trainer jubelte, als hätte die Gäste bereits das Spiel gewonnen, doch dazu sollte es nicht kommen.
Mehr Aggressivität
Georg Grozer hatte in der Schlussphase des ersten Satzes bereits Roland Rademaker eingewechselt, der sofort mehr Aggressivität ins Spiel brachte. Der ausgewechselte Tobias Neumann ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken. "Das war durchaus berechtigt. Roland hat einfach mehr Erfahrung."
Der neue Zuspieler konnte seine Mitspieler gleich mitreißen. Libero Nikola Rosic fand nach zwei Missverständnissen zu gewohnter Sicherheit zurück und ermöglichte ein variables Angriffsspiel - alle Offensivspieler der Startformation punkteten zweistellig und auch der kurz eingewechselte Szabolcs Szalai konnte zwei wichtige Punkte erzielen. Erfolgreichster Angreifer war Joram Maan mit 18 Punkten. Den Grund für sein beherztes Auftreten verriet er nach dem Spiel: "Ich hasse es einfach, zu verlieren."

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