Diskussion um verkaufsoffene Sonntage versachlichen
05.03.2009 | 21:13 Uhr 2009-03-05T21:13:00+0100Siegen. (-ag) Die „zugespitzte, emotionale Diskussion” um die verkaufsoffenen Sonntage in Siegen versuchte die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen (GSS) im Rahmen einer Pressekonferenz zu versachlichen.
Vorsitzender Uwe Kraatz erklärte, die GSS begrüße die „richtige” Entscheidung des Stadtrates, in den vier Marktbezirken der Stadt jeweils an zwei Sonntagen die Geschäfte zu öffnen. Es gehe nicht um die Ausweitung der verkaufsoffenen Feiertage, von denen der Gesetzgeber sowieso nur maximal vier erlaube.
Diese Tage seien Sonderveranstaltungen, die die Händler viel Geld kosten würden. Die Mitarbeiter, die an den zwei Sonntagen jeweils fünf Stunden arbeiten müssten, würden für diese Zeit einen 100-prozentigen Lohnaufschlag erhalten.
Wenn 400 Menschen gegen die Öffnung der Geschäfte demonstrieren würden, müsse man das akzeptieren. Doch 80 000 Menschen, hauptsächlich Familien, die an diesen Tagen die Stadt bevölkerten, würden eine eigene, deutliche Sprache sprechen. Sonntags hätten Restaurants und Freizeiteinrichtungen geöffnet, Sportveranstaltungen würden stattfinden und selbst Politiker würden sich nicht scheuen, im Wahlkampf sonntags ihre Plakate hochzuhalten. Man solle die Dinge mit Augenmaß betrachten, riet Kraatz.
GSS-Vorstandsmitglied Wilfried Groos sagte, durch die Begrenzung auf zwei verkaufsoffene Sonntage entstehe ein Knappheitsfaktor, die Entscheidung dafür sei ein abgewogener Kompromiss. Niemand werde gezwungen, an diesen Tagen in die Stadt zu kommen, jeder könne zu Hause bleiben, so Groos.
Wolfgang Lingemann von der Werbegemeinschaft Geisweid betonte die Wichtigkeit der Ratsentscheidung für seinen Bereich: Die 30 Vereine, die sich an diesen Tagen präsentieren könnten, hätten anders keine Gelegenheit dazu. Die Tage seien Treffpunkte für die ganze Familie und daher seien Veranstaltungen dieser Art durchaus berechtigt.

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