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Diskussion um Hackschnitzel

08.05.2007 | 23:07 Uhr

Olpe/Drolshagen. Verfechten ihre Idee einer Holzhackschnitzel-Heizung für die Hauptschule Hakemicke: Elmar Weber (links) und Michael Alterauge mit einer kleinen Schaufel ihres nachwachsenden Rohstoffes. Foto: Kerstin Eigendorf Die heutige Sondersitzung d

Diesen Vorwurf erhebt Michael Alterauge. Er ist Waldbesitzer in Drolshagen, Landwirt und Vorsitzender der Waldwirtschaftsgenossenschaft. Außerdem ist er nach eigener Aussage seit dem Jahr 2000 im "Biomasse-Fieber", sieht in der Holz-Hackschnitzelproduktion die Zukunft. In diesem Bereich arbeitet er mit der Firma Weber und dem Olper Entsorgungszentrum zusammen. Gemeinsam mit Elmar Weber kämpft er nun vehement dafür, dass auch die Hakemickeschule ihre Energie künftig aus nachwachsenden Rohstoffen bezieht.

Das Gutachten, um das es in der heutigen Sitzung geht, empfiehlt eine andere Energieform. "Ein unabhängiger Gutachter hat festgestellt, dass ein Gasbrennwertkessel eindeutig die wirtschaftlichste Variante ist", betont der Leiter des Amtes für zentrale Gebäudebewirtschaftung Horst Günther. Die Vorwürfe Alterauges, die Stadtverwaltung Olpe begünstige bewusst die gasliefernden kommunalen Stadtwerke weist Günther weit von sich. "Der Gutachter hat verschiedenste Alternativen durchgerechnet und aktuelle Energiepreise abgefragt. Da spielte das Votum der Stadt überhaupt keine Rolle. Er war völlig neutral."

Das bezweifelt Michael Alterauge. Bei der Beschäftigung mit dem Gutachten seien Ungereimtheiten aufgetaucht. Zunächst kritisiert er, dass neben zwei regionalen Anbietern von Holzhackschnitzeln auch überregionale Firmen einberechnet wurden. "Der dadurch ermittelte Mischpreis verfälscht, weil bei den überregionalen Anbieter die teure Logistik mitberechnet werden muss", erklärt Alterauge. Lokale Anbieter hätten diesen Kostenfaktor nicht. Außerdem stößt er sich an der im Gutachten formulierten Aussage, eine Hackschnitzelheizung habe einen Wirkungsgrad von 75 Prozent. "Eine moderne Anlage erreicht 80, gute Geräte sogar 85 Prozent", so seine Erfahrung.

Auch Elmar Weber sieht Schwächen in dem Gutachten, das dem Bauausschussschon einmal vorgelegt wurde. Denn in einer ersten Sitzung des Bauausschusses hatten die kommunalen Politiker die Überarbeitung des ursprünglichen Gutachtens wegen einiger Ungereimtheiten beschlossen. Das Ergebnis bleibt gleich: Gasbrennwert ist am wirtschaftlichsten. Weber übt Kritik: "Dadurch, dass die Gaspreise später abgefragt wurden als die Holzpreise entsteht ein falsches Bild. Schließlich hat sich die Lage auf dem Holzmarkt nach Kyrill drastisch verändert. Sinkende Holzpreise hätten mit berechnet werden müssen." Horst Günther sieht hierin kein Problem: "Auch wenn die Gaspreise kurz nach den Holzpreisen abgefragt wurden, hat das keinen großen Effekt auf das Gesamtergebnis. Schließlich sind Preise immer in Bewegung."

Michael Alterauge will mit der momentanen Diskussion ein "Zeichen setzen". Neben dem Vorwurf eines zu teuer berechneten unterirdischen Bunkers, der auch durch einen kostengünstigeren oberirdischer Lagerraum ersetzt werden könne, kämpft er grundsätzlich für eine ökologischere Sichtweise. "Wir müssen aktiv im Sinne der Ökologie Flagge zeigen", lautet sein Aufruf.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mitglieder des Bauausschusses positionieren. Heute wird sich zeigen, ob sie der Wirtschaftlichkeitsberechnung des Gutachters folgen oder ihr Votum für die Hackschnitzel-Variante abgeben.

Von Kerstin Eigendorf

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