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Dincic: „Ich hoffe, das war heute die Wende”

15.11.2009 | 23:08 Uhr

TuS Wermelskirchen - TuS Ferndorf 30:28 (14:13). Es war spannend bis zur Schlussminute – allerdings fehlte das Ferndorfer „Happy End”: Im Spitzenspiel gegen den TuS Wermelskirchen mussten die Ferndorfer sich am Sonntag knapp mit zwei Toren Differenz geschlagen geben.

Auf der Suche nach Gründen für die Niederlage fand Caslav Dincic den Namen „Hilger” – aber nicht im negativen Sinne, sondern durchweg positiv.

„Tim Hilger hat heute sehr gut als Libero in der 3:2:1-Abwehr gespielt”, lobte Dincic. Dass Hilger auf der Suche nach einem Grund trotzdem genannt werden muss, liegt daran, dass er früh mit zweimal zwei Minuten „vorbestraft” war und Wermelskirchens starker Kreisläufer, den Hilger bis dahin gut im Griff hatte, dies für sich auszunutzen wusste.

Für alle, die das Regelbuch nicht unter ihrem Bett liegen haben: Nach drei Zwei-Minuten-Strafen gibt es für den entsprechenden Spieler Rot – und entsprechend musste Hilger nach der zweiten Zeitstrafe vorsichtiger in der Abwehr zu Werke gehen, um nicht vom Platz geschickt zu werden. Grund zwei für den Wermelskirchener Sieg fand Dincic in der Chancenverwertung der letzten Minuten, als Pech auf Seiten der Gäste im Spiel war.

So bekam Dennis Aust etwa in der 59. Minute eine Aktion als Stürmerfoul abgepfiffen, die die Ferndorfer Anhänger als Siebenmeter gesehen hatten. Doch richte man den Blick auf das ganze Spiel und die gesamte Ferndorfer Mannschaft, so sei dieses Mal ein Lob angebracht, befand Dincic. „Wir haben vor allem kämpferisch ein sehr gutes Spiel gemacht”, bilanzierte der Ferndorfer Trainer.

Feldmann trainierte

erstmals komplett

Auch Harald Münker war zufrieden: „Wenn wir so in Soest gespielt hätten, wären wir dort Sieger gewesen”, sagte der Abteilungsleiter des TuS.

Dincic blickte da noch einen Schritt weiter: „Hätten wir vorher so gespielt wie heute, hätten wir jetzt maximal vier Minuspunkte auf dem Konto. Ich hoffe, das war heute endlich die Wende”, so der Serbe. Gegen den Meisterschaftsanwärter Wermelskirchen stand der TuS von Beginn an konzentriert in der Defensive, im Tor zeigte Hilmar Gudmundsson eine starke Leistung. Nach einer doppelten Unterzahl kam Ferndorf dann erstmals zu einer 9:8-Führung über ein Tor von Tim Hilger. Zur Pause führten aber die Gastgeber – auch, weil Ferndorfs Wurfausbeute, insbesondere von Rückraum Links, nicht optimal war. Dafür stimmte der Kampfgeist zu hundert Prozent, die Gäste gaben nie auf und ließen Wermelskirchen ab dem 24:23 bis zum Endstand nicht mehr auf zwei Tore davonziehen. Das Manko: Die Chancen zum Ausgleich, der vielleicht den entscheidenden, letzten Motivationsschub gebracht hätte, konnten die Ferndorfer nicht nutzen. Vielleicht auch, weil mit dem verletzten Carsten Lange ein Mann für einfache Tore in genau diesen Phasen fehlte, Nils Hambloch so auf Rückraum Rechts durchspielen musste. So bleibt die Erkenntnis, dass die Niederlage mit dem Wort „leider” versehen werden kann – und dass der TuS Ferndorf auf seiner Vorstellung aufbauen kann.

Randnotiz: Michael Feldmann, der sich wie Tim Hilger Sonderlob von Caslav Dincic verdiente, zog vor kurzem nach Littfeld, konnte diese Woche erstmals komplett mit dem Team trainieren. Ein weiteres Anzeichen, dass das Spiel in Wermelskirchen wirklich die Wende sein könnte. miso

TuS Ferndorf: Gudmundsson, Wellen - Aust (7), Lerscht (4/4), Hambloch, Hilger (jeweils 4), Klatt, M. Sijaric (jeweils 3), Feldmann (2), Blanz (1), A. Sijaric, Orlov.

Micha Sommer

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