Die Zeche zahlen die Verbraucher
25.07.2012 | 19:31 Uhr 2012-07-25T19:31:00+0200
Das Schwarzer-Peter-Spiel hat begonnen. Mehr und mehr werden die Probleme beim Bau der Windkraftwerke auf hoher See sichtbar, doch niemand will schuld sein, geschweige denn die Kosten tragen. Energiekonzerne wie RWE machen den niederländischen Netzbetreiber Tennet dafür verantwortlich, dass sich der Anschluss der Windräder verzögert. Tennet wiederum sieht die Verantwortung beim Siemens-Konzern, der bei der Lieferung von Bauteilen in Verzug geraten ist.
Eine hochkomplexe Aufgabe
Willkommen in der Wirklichkeit: Wieder einmal wird deutlich, welche komplexe Aufgabe hinter dem Wörtchen Energiewende steckt. Selbst die hoch spezialisierte europäische Industrie gerät an ihre Grenzen. Dennoch: Konzerne, die mit Windrädern oder Stromnetzen Geld verdienen wollen, müssen ein gewisses Risiko tragen. Tauchen Fehler auf, sind Schadenersatzklagen der richtige Weg.
Höchst ärgerlich ist es aber, wenn die Stromkunden für das Unvermögen von Unternehmen zahlen sollen. Mehrkosten einfach mit freundlicher Unterstützung von Umwelt- und Wirtschaftsminister auf die Verbraucher abzuwälzen, dürfte bei den Bürgern kaum die Akzeptanz der Energiewende erhöhen.
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Was haben Sie denn geglaubt, wer auf den ganzen Mehrkosten sitzenbleiben würde? Die Politik? Bisher hat noch kein Politiker für seine Fehlentscheidungen Schadenersatz leisten müssen? Die Industrie? Dank umfangreicher Befreiungstatbestände bleibt der Strom für sie von der Ökosteuer befreit und billig. Bleibt nur der private Endverbraucher, der sich nicht wehren kann oder will.