Die Leiharbeiter trifft es immer zuerst
09.08.2012 | 13:08 Uhr 2012-08-09T13:08:00+0200
Man kann von Leiharbeit halten was man will, doch wenn die Zahl der Beschäftigten in der Branche sinkt, ist das zumindest ein beunruhigendes Signal: Benötigen die Unternehmen weniger Arbeitskräfte auf Zeit, gerät der Aufschwung ins Stocken. Denn der Bedarf an Leiharbeitern ist zugleich Alarmmelder für die konjunkturelle Entwicklung. Zeitarbeiter sind die ersten, die gehen müssen, wenn die Auftragslage schwächelt. Und dafür gibt es zumindest erste Belege.
Die deutsche Industrie leidet unter dem größten Auftragsminus seit Monaten – und es gibt bislang keine Aussichten auf Besserung. Im Gegenteil: Weil der Absatz in der Eurozone schwächelt, wird sich dieser Trend fortsetzen. Mit der logischen Folge, dass sich die Zahl der Leiharbeiter weiter verringern wird. Hinzu kommt: Ab Oktober gelten neue Lohnaufschläge für Arbeitskräfte auf Zeit in der Metall- und Chemieindustrie. Auch das ist für viele Beschäftigte der Branche bitter: Sie verlieren ihren Arbeitsplatz – und die Jobalternativen sind rar.

15:35
Es is richtig, dass die Zahl der beschäfigten ZeitarbeiterInnen zu Beginn einer Abschwungphase abnimmt. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass ZeitarbeiterInnen deshalb (betriebsbedingt) gekündigt werden. Die Verringerung der Anzahl ist vorrangig mit der normalen Fluktuation (z.B. "Klebeeffekt) bei weniger Neueinstellungen zu begründen.
Und genau so richtig ist, dass sich die Zahl der ZeitarbeiterInnen bei einer eintretenden Aufschwungphase erhöht.
Das alles ist ein natürlicher volswirtschaftlicher Vorgang, der mit der Besonderheit der Branche zu erklären ist. Nichts außergewöhnliches also...
11:02
Die Aussage "Die Leiharbeiter trifft es immer zuerst" ist leider viel zu kurz gegriffen, richtiger müsste es heißen, Wer Leiharbeit leisten muss, den hat es längst getroffen.
Der "normale" Leiharbeiter ist längst der Verlierer und wenn es jetzt die "Sklaventreiber" selber treffen sollte, ist das gesunde Flurbereinigung.
Wer aus einem nur schwachen Rückgang der ansonsten boomenden Leiharbeit im Jahr 2012 wirtschaftlichen Niedergang herausliest, hat möglicherweise nicht verstanden, dass die gesamte Kündigungswelle aus angemessen bezahlter Arbeit nur "umgetopft" wurde.
Kaufkraftverlust wäre ein Schlagwort.
Anstelle "goldene Kälber" zu gießen, die aus Angst vor Entdeckung in den Steueroasen versteckt gehalten werden müssen, könnten auch die Menschen fair bezahlt werden, die jeden Cent zurückpumpen in den Wirtschaftskreislauf.