Die Launen der Wirtschaft
14.08.2012 | 18:18 Uhr 2012-08-14T18:18:00+0200
Der Präsident der Hochschulrektoren hat erfrischend schnörkellos einige unangenehme Wahrheiten ausgesprochen: Die Umwälzung der deutschen Hochschullandschaft im Namen der europäischen Harmonisierung ist nicht jene strahlende Erfolgsgeschichte, die uns Bildungspolitiker jeder Couleur immer Glauben machen wollen.
Die vor zehn Jahren gestartete Umstellung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master nehme nicht mehr die umfassend akademisch gebildete Persönlichkeit in den Blick, sondern den schnell bewerbungsfähigen Absolventen. Das könne sich eine Wissensgesellschaft nicht leisten. Zumal es mit den gewünschten Auslandssemestern auch nicht so weit her sei.
Wie gern würde man Hippler vorbehaltlos zustimmen – nähme er nicht ausgerechnet „die Wirtschaft“ zum Kronzeugen: Auch viele Unternehmen suchten heute in Ruhe gereifte Absolventen.
Bildungspolitik nicht nach Launen ausrichten
Bildungspolitik kann sich jedoch nicht an den Launen der Personalabteilungen ausrichten. Mal fordert „die Wirtschaft“ möglichst viele Akademiker, beklagt dann wieder die Verwässerung der Abschlüsse. Mal sollen die Studienabgänger möglichst jung sein, dann wieder mit ausreichend Lebenserfahrung ausgestattet. Mal ist eine Spezialausbildung ohne zusätzliches Klimbim gefragt, dann wieder eine Art Studium generale.
Die Hochschulrektoren wären gut beraten, solche Einflüsterungen zu ignorieren und die konkreten Studienbedingungen zu verbessern. An jeder Universität, in jedem Studiengang warten reichlich Aufgaben.

20:42
Feste Stundenpläne und Fremdbestimmung Erwachsener bedeuten das weitgehende Ende akademischer Freiheit und eine Entdemokratisierung der Hochschulen.
Das liegt im Trend der Zeit und weiter Teile der Großwirtschaft. Für deren Bedürfnisse soll auch die junge Generation zugerichtet werden.
Dem gilt es,möglichst geschlosen entgegenzutreten.
10:58
Ich denke dem Kommentartoer ist die eigentliche Problematik des Bachelor Abschlussen gar nicht bewusst. Ihr Kommentar schiesst sowas von an der Realität vorbei das er fast schon wieder treffen könnte. Die Industie hat niemals die Umstrukturierung der deutschen Hochschulen verlang, ganz im Gegenteil. Wiedermal waren voreilige und leider muss ich es sagen, inkompetente Politiker, die in europäischen vereinheitlichungs Wahn die deutschen Hochschulen dem beraubt haben was sie über jehrzehnte zu den besten der Welt gemacht hat. Kein Unternehmen kann was mit einem Bachelor anfangen, dies war aber auch nie der Fall. Zu behaupten der Bachelor wäre ein vollwertiger abschluss, hat von den Anforderungen der Industrie nicht die geringste Ahnung. In meinem Unternehmen, und ich weiss von vielen anderen, sind Bachelor nichts weiter als unausgebildete Praktikanten.Wenn ein akademiker benötigt wird, ist es mit 100%er Sicherheit min. Master-Absolvent.