Die heile Welt der Fußball-EM

Die in der 22. Minute eingespielte Szene von Jogi Löw und dem Balljungen fand bereits eine Virtelstunde vor Spielbeginn statt.
Die in der 22. Minute eingespielte Szene von Jogi Löw und dem Balljungen fand bereits eine Virtelstunde vor Spielbeginn statt.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Elegante Dribblings und packende Zweikämpfe, feiernde Fans und Jubelstimmung im Stadion. So erleben wir den Fußball als TV-Zuschauer liebsten. Und so will die Uefa uns die Europameisterschaft präsentieren. Nur: Was ist, wenn die Realität anders aussieht?

Leere Zuschauerränge, Störattacken auf dem Platz, bengalische Feuer im Fan-Block – diese Bilder möchte der europäische Fußballverband Hunderten Millionen TV-Zuschauern lieber vorenthalten. Weil sie nicht ins sorgsam polierte Bild vom perfekten Fußballfest passen und weil man Sponsoren nicht verprellen will, werden sie möglichst ausgeblendet. Die EM als Inszenierung, mit der Uefa am Regiepult.

Derartige Manipulationen gab es schon öfter. Doch so dreist und ungeniert, wie es die Uefa bei der EM treibt, ging es noch nie zu.

Auch der zeitversetzte Einspieler von Jogi Löws launiger Schäkerei mit dem Balljungen zeigt uns: Wir müssen den Bildern misstrauen. Sie zeigen nur einen Ausschnitt, im Extremfall sogar ein Zerrbild der Wirklichkeit. Das wirft einen Schatten auf die EM als TV-Ereignis.