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DJK Altendorf 09

Die gute Seele von der Zollstraße

13.11.2012 | 19:23 Uhr
Die gute Seele von der Zollstraße

Altendorf. In der Tennisabteilung der DJK Altendorf 09 gilt er als Mann der ersten Stunde. Seit 65 Jahren wird Peter Lamping als „die gute Seele“ auf der Anlage an der Zollstraße geschätzt; war dort Platzwart und Clubwirt. Kürzlich feierte er seinen 75. Geburtstag. Für den Senior der richtige Moment, in den Ruhestand zu gehen. Spiel, Satz und Sieg – Lamping.

Als Peter Lamping erstmals mit dem Tennis in Verbindung kommt, ist er zehn Jahre jung. Der Sport steht im Nachkriegsdeutschland vor dem Neubeginn. Vorher hatte ein gewisser Gottfried von Cramm für Furore gesorgt, hatte die Int. Meisterschaften von Paris gewonnen; war im Tennis-Mekka Wimbledon erst im Finale gescheitert. Er zählte 1947 zu Lampings Idolen. „Tennis war damals eher exklusiv“, erinnert sich Lamping. „Um in den Verein zu kommen, brauchte man mindestens zwei Bürgen.“ Einer davon ist sein Onkel, der bei Helene spielt. Er holt seinen Neffen an die Zollstraße – als Balljunge.

Start als Zehnjähriger

Mit 14 Jahren greift Lamping selbst zum Racket. Gespielt wird mit Holzschlägern und das einzige farbige Accessoire an der Tenniskluft ist bestenfalls das grüne Krokodil eines französischen Markenherstellers. „Der weiße Sport“, sagt Lamping. „Heute sind die Spieler ja bunt wie Papageien. Da hat der Andre Agassi mit angefangen.“

Den schrillen Amerikaner sieht Lamping später dennoch gerne zu. Bei jedem TV-Match eines Boris Becker oder einer Steffi Graf ist Lamping am Ball. „Heute fehlt es an Nachwuchs“, bedauert er. „Die goldenen Zeiten sind vorbei.“ Was in gewissem Maße auch für den die Abteilung der DJK A09 gilt, die 1967 den Platz von Helene übernimmt. „Damals hatten wir 100 Aktive. Heute sind es nur noch 40.“

Vereinsmeister

Wie auch immer: Peter Lamping genießt das Clubleben in vollen Zügen. Seine Freizeit – er arbeitet als Außendienstler in der Spirituosenbranche – widmet er nahezu komplett dem Verein. Er hegt und pflegt die Anlage. Später übernimmt er die Gastronomie – 25 Jahre lang mit Unterbrechungen. „Die Kameradschaft im Club ist das Schönste“, sagt er. Obwohl seine Frau Bernhilde mit Sport nichts am Hut hat. „Die hatte genug mit unseren beiden Kindern zu tun.“

Bis ins hohe Alter spielt Lamping aktiv, gewinnt im Jahr 2004 noch die Vereinstitel im Einzel, Doppel und Mixed an der Seite von Brigitte Fischer. Danach gilt seine Liebe einzig der Anlage, dem Club. „So einen Doofen hätten sie auch nie mehr gefunden“, scherzt er. „Ich war die ganzen Jahre vielleicht drei Mal im Sommerurlaub.“

Ab der nächsten Saison spielt der A09 an der Nöggerathstraße bei der Lehrersportgemeinschaft. Auf der Anlage verbringt Peter Lamping schon jetzt viel Zeit. „Aber da lege ich nur noch die Beine hoch. Versprochen.“

In der neuen Saison kooperiert die DJK Altendorf mit der Lehrersportgemeinschaft (LSG). Beide wollen so auch ihre sportlichen Kräfte bündeln.

Damit verbunden ist für die 40 Aktiven des A 09 der Umzug von der Zollstraße auf die Anlage Nöggerathstraße

Michael Heiße

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2012-11-13 19:23
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