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Lindner-Rücktritt

Die FDP braucht einen Plan B

14.12.2011 | 19:23 Uhr

Und da waren es nur noch zwei. Ob die Troika aus Philipp Rösler, Christian Lindner und Daniel Bahr als flottes Dreier-Dreamteam gefeiert oder als „Boygroup“ verspottet wurde – jetzt ist das Trio jämmerlich gescheitert. Der Rücktritt des Generalsekretärs ist nicht nur ein kurzfristiger Schock für die FDP. Sie steckt in der schwersten Führungskrise ihrer Geschichte. Es ist keinesfalls übertrieben, wenn Gerhart Baum, einer der Granden der Liberalen, seine Partei „in Lebensgefahr“ wähnt. Die einst stolze FDP ist auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Weiter herab geht es nur unter die Grasnarbe.

Mit seinem dramatischen Schritt hat FDP-Generalsekretär Lindner den Bruch mit seinem Vorsitzenden, der sich längst abgezeichnet hatte, endgültig besiegelt. Ausschlaggebend war am Ende der, für den FDP-Vorsitzenden nicht untypische, schnöde und schnodderige Umgang mit der Mitgliederbefragung über den Euro-Rettungsschirm. Sollte sich zudem herausstellen, dass Tausende Nein-Stimmen von der Parteizentrale als ungültig entwertet wurden, wäre erneut viel Glaubwürdigkeit leichtfertig verspielt.

Philipp Röslers Mission ist wohl gescheitert

Philipp Rösler, einst als Hoffnungsträger gestartet, droht selbst auf der Strecke zu bleiben. Seine „Mission Impossible“ ist wohl gescheitert: Nach vielen Wahldebakeln und Umfragewerten auf dem Niveau einer Splitterpartei sollte er gemeinsam mit dem jugendlichen Generalsekretär neuen Elan in die trostlose Partei bringen. Doch die Liberalen müssen nun erkennen, dass ein vermeintliches Licht am Ende des Tunnels auch ein heranrasender Zug sein kann. Philipp Röslers chaotisches Politikmanagement hat den Verfall der FDP beschleunigt. Es ist ihm in Rekordzeit gelungen, an die beispiellose Pannenserie von Guido Westerwelle anzuknüpfen.

Der desaströse Zustand der Liberalen wird immer mehr zum Problem der Kanzlerin. Sie weiß genau, dass mit diesem Partner kein Blumentopf, geschweige denn eine Bundestagswahl zu gewinnen ist. Die FDP war als Oppositionspartei höchst begabt, nur kann sie partout nicht regieren. Allerdings hat die Unionsvorsitzende selbst dafür gesorgt, dass die als „Wunschehe“ hochgerühmte schwarz-gelbe Koalition, in ihre Lieblingskategorie „Alternativlos“ fällt. Angela Merkel kann nur hoffen, dass die FDP einen Plan B hat. Das „B“ könnte für Rainer Brüderle stehen. Der Fraktionsvorsitzende, oft als politischer Winzerkönig geschmäht, könnte das leckgeschlagene Schiff der Liberalen auf Kurs bringen. Alte Fahrensleute wissen: In der Pfütze ist die Fliege Admiral.

Rüdiger Oppers

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Kommentare
15.12.2011
06:46
Staatsoberhaupt muss glaubwürdig sein
von autofux | #1

Ein Staatsoberhaupt, wie Bundespräsident Wulff hat seine Glaubwürdigkeit mit Vorsatz verspielt, wenn er aus privat wirtschaftlichem Interesse einen "Kredit" von einem Unternehmer der freien Wirtschaft nimmt. Hier liegt ganz klar Vorteilsnahme vor oder einfach ausgedrückt, Korruption.
Selbst wenn er die Bedingungen offen legt sind sie nicht mehr glaubhaft.
Eine Bank hätte ihm mit Sicherheit nicht so einen günstigen Zinssatz geboten, an der Bonität kann es nicht gescheitert sein.
Ein Ministerpräsident mit seinem Einkommen hat es nicht nötig sich aus der wirtschaft sponsern zu lassen, er macht sich damit abhängig.
Wer garantiert denn, dass dies nicht die Spitze des Eisbergs ist!!!
Was folgt als nächstes??

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