Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Soziale Netzwerke

Die ARD erklärt Nicht-Nutzern die Datenkrake Facebook und das Milliardengeschäft Freundschaft

13.02.2012 | 19:18 Uhr
Die ARD erklärt Nicht-Nutzern die Datenkrake Facebook und das Milliardengeschäft Freundschaft
Die Dokumentation "Facebook - Milliardengeschäft" erklärt wie Facebook im alltägllichen Leben funktioniert.Foto: Joerg Koch

Essen.  Wer mit dem Namen Facebook nichts anzufangen weiß oder noch nie auf den Gefällt-mir-Knopf gedrückt hat , dem sei „Facebook - Milliardengeschäft Freundschaft“ empfohlen. Für die mehr als 20 Millionen deutschen Facebook-Nutzer liefert die NDR-Reportage am Montag, 13. Februar, um 22.45 Uhr auf dem Ersten nicht viel Neues.

Facebook hat bereits mehrere Dinge unseres alltäglichen Lebens ersetzt. Was früher einmal die Telefonkette war, um den Ausfall des Sporttrainings zu verbreiten, ist heute Facebook. Statt Zeitung zum Frühstück liest Nutzer Thomas Stieglitz lieber die Nachrichten und Statusmeldungen auf Facebook. Was die mehr als 20 Millionen deutschen Facebook-Nutzer bereits aktiv erleben und gestalten, das erklärt die ARD am Montag in der Dokumentation „Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft“.

Die Sendung bietet einen Aufklärungsabend für alle, die Facebook nicht nutzen oder noch nicht realisiert haben, dass Facebook alle Daten, Klicks, Fotos und intimen Nachrichten speichert und verkauft.

Die ARD zeigt das kalifornische Unternehmen als den Freund aller Freunde - der für Nutzer schlechter Umgang sein kann. Denn keiner weiß, was der vorgebliche Freund alles mit den intimen Daten seiner Freunde im Schilde führt oder es später einmal vorhat. Doch es ist mit Facebook wie bei allen Freunden: Man muss schon selbst erleben, dass einem die Freundschaft mit Facebook schadet . Die im Beitrag gezeigte 17-jährige Franciska und ihre Freundinnen vertrauen Facebook Fotos, Kommentare und Gefällt-Mir-Klicks an, ohne Angst zu haben, dass ihnen ihre Offenheit eines Tages schaden könnte.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: "Wenn wir unseren Nutzern Dinge vorschreiben, die sie nicht haben wollen, scheitern wir“

Solange der Missbrauch der Daten für den Nutzer nicht spürbar ist, halten die Facebook-Jünger dem Sozialen Netzwerk die Treue. Das ist auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bewusst: „Wenn wir unseren Nutzern Dinge vorschreiben, die sie nicht haben wollen, dann scheitern wir“. Aus mehr als 20 Millionen Freunden, könnten dann schnell zu 20 Millionen Ex-Freunden werden.

Womit verdient Facebook sein Geld?

Das selbstgesteckte Ziel der NDR- und BBC-Produktion war es, nicht nur eine Einführung in Facebook zu liefern, sondern auch die Frage zu klären: „Womit verdient Facebook sein Geld?“. Die Antwort bleibt wie so vieles bei Facebook auch bei der ARD vage. Wie genau das kalifornische Unternehmen die Daten seiner Nutzer an Werbekunden verkauft, wird nicht aufgedeckt. Zudem hängt die Doku zeitlich hinterher. Aktuelle Entwicklungen zum geplanten und milliardenschwere Börsengang Facebooks kommen nicht vor. Ebensowenig ist die neue und umstrittene Timeline Gegenstand des Beitrags.

Neue Facebook-Chronik könnte das Geschäft mit der Freundschaft gefährden

Gerade die umstrittene Timeline könnte die Freundschaft der Nutzer zum Unternehmen Facebook gefährden. Facebook hatte im Januar dieses Jahres angekündigt, alle Nutzer-Profile auf die umstrittene Chronik-Ansicht umzustellen. Die Timeline ist eine Art digitaler Lebenslauf, der sämtliche freigegebenen Daten von Geburtstag, Foto-Verlinkungen bis zu „Gefällt-Mir-Klicks“ abbildet. Viele Nutzer könnten mit ihren eigenen in der Vergangenheit gesammelten Daten überrascht werden, die nun plötzlich wieder sichtbar sind. Der Freund Facebook könnte dann tatsächlich zum spürbaren Ärgernis werden.

Björn Bowinkelmann

Facebook
 
Kommentare
14.02.2012
08:50
Die ARD erklärt Nicht-Nutzern die Datenkrake Facebook und das Milliardengeschäft Freundschaft
von FernerBeobachter | #2

Fratzbuch war, ist und bleibt unbeherrschbar, deshalb sofort ab....

13.02.2012
21:17
Die ARD erklärt Nicht-Nutzern die Datenkrake Facebook und das Milliardengeschäft Freundschaft
von Plem | #1

Aha, die ARD will uns also Facebook erklären. Dann will ich mal meine Geschichte erzählen, wie ich unfreiwillig Facebook-Mitglied geworden bin; jemand hat mich dort angemeldet, ohne daß ich ihn darum gebeten hätte und ohne vorher mein Einverständnis einzuholen. Und jetzt dürfen Sie dreimal raten, wer dieser "jemand" gewesen ist? Richtig - ein Facebook-Nutzer!

Es fing damit an, daß ich ihm eine Email geschickt hatte. Am nächsten Tag traf ich ihn dann wieder und fragte ihn, ob meine Informationen hilfreich gewesen seien. Er sagte, er hätte seit gestern noch keine Emails gelesen, setzte sich an seinen Arbeitsplatzrechner, startete seinen Facebook-Account und LUD INNERHALB DIESES FACEBOOK-ACCOUNTS DIE EMAILS AUS DEM POSTFACH SEINES INTERNET-PROVIDERS. Facebook hat natürlich mitgelesen, insbesondere den Email-Header, in dem zahlreiche Informationen stehen wie Name, Vorname, Email-Adresse, IP-Adresse, Reply-To, CC, BCC, Datum, Uhrzeit und vieles anderes mehr. Und da Facebook momentan nichts Besseres zu tun hatte, speicherte es so ganz nebenbei diese Kontaktdaten als potentielle Freunde in seiner Datenbank. Zwei Monate später bekam ich dann meine erste "Freundschaftsanzeige" - soviel Kulanzzeit läßt Facebook sich wohl offenbar noch, um sicher zu stellen, daß ich die Ursache dieser Anfrage mittlerweile vergessen habe.

Da ich dies - wie schon beschrieben - live mitbekommen hatte, fragte ich ihn dann, ob er wüßte, was er da gerade gemacht habe? Ob ihm klar sei, daß er soeben meine Daten an Facebook weitergeleitet habe? Antwort: "Neeiiiin, ich doch nicht!!!" - Würg!

Jetzt bin ich also Mitglied bei Facebook, zwar kein offizielles und aktives Mitglied, aber intern, also in der Datenbank, sind alle alle Einträge gleich und unterscheiden sich nur durch ein zusätzliches Attribut, das Auskunft über die Herkunft der Mitgliedschaft gibt. Und nun kann Facebook über die oben beschriebenen Informationen Verknüpfungen herstellen, wie es ihm passt.

Jetzt können wir ja mal auch anfangen zu rechnen. Wenn auf jeden Facebook-Nutzer nur zehn Email-Kontakte kommen, dann muß man zu dem Schluß kommen, daß von den offiziell angegebenen 700 Millionen Facebook-Nutzern tatsächlich nur 64 Millionen aktive Nutzer sind; die restlichen 636 Millionen Mitglieder wurden dann - wie es mir wiederfahren ist - über Email oder über andere Verfahren zwangsweise aquiriert.

Ich bin schon lange im Internet unterwegs. Wenn ich mich bisher irgendwo angemeldet habe, sei es hier ImWesten oder bei Amazon oder - ganz simpel - bei meinem Internet-Provider, dann habe ich das immer von mir aus und aus freien Stücken getan. Daß aber Dritte aus purer Naivität und Ahnungslosigkeit meine Daten an irgendwelche Internetdienste - und mögen sie auch noch so "sozial" sein - weiterleiten, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Ein solch heimtückisches Anzapfen von Daten sollte daher dringenst unter Verbot gestellt werden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6336530/create

Umfrage
Der Eurovision Song Contest rückt näher - wer ist Ihr Favorit für den ESC-Sieg?

Der Eurovision Song Contest rückt näher - wer ist Ihr Favorit für den ESC-Sieg?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Dirt: Showdown
Bildgalerie
Fotostrecke
Mario Tennis Open
Bildgalerie
Fotostrecke
Bilder zu "Awesomenauts"
Bildgalerie
Fotostrecke
Max Payne 3
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Was das Satire-Orakel dem MSV Duisburg prophezeit
MSV-Satire
Der MSV Duisburg hat sicher schon ruhigere Zeiten erlebt. Am Abend spielen die Zebras gegen Greuther Fürth. Wohin führt der Weg des Fußball-Zweitligisten? Was das Satire-Orakel dem MSV so alles prophezeit.
Greulich gibt Antworten auf Fragen zu Tiger & Turtle
Bezirksvertretung
!5 Punkte umfasst ein Fragenkatalog, den die Fraktionen von SPD und Grüne sowie Mirze Edis für die Linken nun als Tischvorlage bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung vorgelegt haben. Obwohl druckfrisch auf dem Tisch, stimmten CDU und Dr. Horst Wegner (FDP) der Aufnahme auf die Tagesordnung...
Foto Video 8 Kommentare 8