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Endspiele 1949 bis 1965

Die alten Helden hätten auch noch mit 70 gespielt

17.12.2009 | 13:51 Uhr
Die alten Helden hätten auch noch mit 70 gespielt

Dortmund. 100 Jahre Borussia Dortmund beinhalten natürlich auch jede Menge besondere Partien. Das erste Finale 1949 endete mit einer Niederlage, es folgten Triumphe in der Meisterschaft und im Pokal. Hier ein Überblick über die Endspiele des BVB von 1949 bis 1965.

10. Juli 1949, Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, Neckarstadion Stuttgart: VfR Mannheim – Borussia Dortmund 3:2 n.V.

Die Schwarz-Gelben hatten nach dem ersten DM-Finale in ihrer Vereinsgeschichte reichlich Wunden zu lecken: Max Michallek beendete die „Hitzeschlacht von Stuttgart“ mit nur einem Fußballstiefel, Jung-Nationalspieler Erich Schanko, der sich am Tag vorher wegen einer Furunkulose noch einem operativen Eingriff unterziehen musste, verlor vier Zähne – und der BVB ein an Dramatik kaum zu überbietendes Spiel.

BVB: Rau, Rumhofer, Halfen, Buddenberg, Koschmieder, Schanko, Herbert Erdmann, Michallek, Kasperski, Preißler, Ibel. Tore: 0:1 Erdmann (5.), 1:1 Löttke (74.), 1:2 Erdmann (82.), 2:2 Lanlotz (85.), 3:2 Löttke (107.).

24. Juni 1956, Finale um die Deutsche Meisterschaft, Olympiastadion Berlin: Borussia Dortmund – Karlsruher SC 4:2.

Der erste Meistertitel: Kapitän Adi Preißler mit der Schale. Davor Bracht, Peters und Kapitulski.

Zwar ging der KSC in Führung (Kunkel, 10. Minute), doch dann ließen die Schwarz-Gelben ihre Klasse sprechen. Der schnelle Wolfgang „Sully“ Peters setzte mit dem Treffer zum 4:1 den Schlusspunkt (57.), nachdem vorher erneut die „drei Alfredos“ Niepieklo (15.), Kelbassa (26.) und Preißler (53.) einen beruhigenden Vorsprung herausgeschossen hatten. Willi Burgsmüller „schenkte“ den überforderten Badischen noch ein Eigentor.

BVB: Kwiatkowski, Burgsmüller, Sandmann, Schlebrowski, Michallek, Bracht, Peters, Preißler, Kelbassa, Niepieklo, Kapitulski.

23. Juni 1957, Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, Niedersachsenstadion Hannover: Borussia Dortmund – Hamburger SV 4:1.

Trainer Helmut Schneider wollte mit Macht einen Rekord für die Ewigkeit aufstellen und jene elf Spieler nominieren, die ein Jahr vorher den KSC besiegt hatten. Zum Leidwesen von „Aki” Schmidt (siehe unten).

Der HSV war längst zu Borussias Lieblingsgegner geworden. Das hatte sein Jung-Star Uwe Seeler offenbar vergessen. Denn der goss noch Öl ins Feuer, als er Michallek despektierlich begrüßte: „Na, Opa, Du auch noch dabei.“ Das hätte er lieber nicht gesagt. Dortmunds Mittelläufer gab ihm zunächst verbal die passende Antwort („Bürschchen, gegen dich spiele ich noch mit siebzig“) und dann auf dem Feld. Uwe bekam gegen Max kein Bein an die Erde, und der BVB spielte mit dem HSV Katz und Maus. Kelbassa und Niepieklo erzielten je zwei Tore, Gerd Krug war zwischenzeitlich das 1:1 gelungen – ein Schönheitsfehler.

BVB: Kwiatkowski, Burgsmüller, Sandmann, Schlebrowski, Michallek, Bracht, Peters, Preißler, Kelbassa, Niepieklo, Kapitulski.

24. Juni 1961, Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, Niedersachsenstadion Hannover: Borussia Dortmund – 1. FC Nürnberg 0:3.

BVB: Kwiatkowski, Burgsmüller, Thiemann, Kurrat, Geisler, Peters, Kelbassa, Schmidt, Schütz, Konietzka, Cyliax.

29. Juni 1963, Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, Neckarstadion Stuttgart: Borussia Dortmund – 1. FC Köln 3:1.

Willi Burgsmüller und die Meisterschale 1963. Links Hoppy Kurrat und rechts Charly Schütz.

Ausgerechnet Hoppy Kurrat, der Sonderbewacher von Hans Schäfer, leitete gegen den hohen Favoriten mit einem „Krümeltor“ den Sieg im letzten deutschen Endspiel ein. Dazu hatte BVB-Torhüter Bernhard Wessel einen Schokoladentag erwischt. Und Wolfgang Paul, den Max Merkel beim VfL Schwerte als Halbstürmer entdeckt hatte, stand im Abwehrzentrum wie eine Eins.

Nach Kurrat traf Reinhold Wosab aus 20 Metern (57.), „Aki“ Schmidt legte das 3:0 nach – fertig. Karl-Heinz Schnellinger gelang im letzten Spiel für den FC vor seinem Wechsel zum AC Mailand das Ehrentor.

BVB: Wessel, Burgsmüller, Geisler, Bracht, Paul, Kurrat, Wosab, Schmidt, Schütz, Konietzka, Cyliax.

14. August 1963, DFB-Pokal-Finale, Niedersachsenstadion Hannover: Borussia Dortmund – Hamburger SV 0:3.

BVB: Wessel, Willi Burgsmüller, Geisler, Bracht, Sturm, Kurrat, Wosab, Schmidt, Brungs, Rylewicz, Cyliax.

22. Mai 1965, DFB-Pokal-Finale, Niedersachsenstadion Hannover: Borussia Dortmund – Alemannia Aachen 2:0.

Nach 18 Minuten war durch Tore von Aki Schmidt und Lothar Emmerich das Endspiel gelaufen. Danach herrschte gähnende Langeweile. Nur Bundespräsident Dr. Heinrich Lübke zeigte sich begeistert von der Partie.

BVB: Tilkowski, Cyliax, Redder, Kurrat, Paul, Straschitz, Wosab, Schmidt, Konietzka, Sturm, Emmerich.

Wilfried Wittke

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